vignette_mielenzMitte Oktober ist die 17. Shell Jugendstudie 2015 (unter diesem Titel im Netz zu finden) vorgestellt worden, die sich mit ihren Interviews auf eine repräsentative Stichprobe von mehr als 2.550 Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren stützt.  Die Studie wurde von einem Team von Wissenschaftlern erstellt, Leiter ist Professor Dr. Mathias Albert von der Uni Bielefeld.

61% der Jugendlichen blicken optimistisch in ihre persönliche Zukunft, das sind mehr als in den Jahren zuvor. Nur bei Jugendlichen aus sozial schwachen Familien ist der Optimismus nicht ganz so ausgeprägt. Ihre Familie ist allen Jugendlichen wichtig, 90% haben ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern. Selber Kinder haben? Dieser Wunsch ist zurückgegangen, 36 % wollen keine Kinder. Freunde und Partnerschaft haben einen hohen Stellenwert.

Bildung und einen sicheren Arbeitsplatz, das wünschen sich alle Jugendlichen, aber Karriere machen, wollen längst nicht alle. Die überwiegende Zahl der Jugendlichen möchte ihre Arbeitszeit auch kurzfristig an ihre Bedürfnisse anpassen können. Im Vordergrund stehen Familie und Kinder, die gegenüber der Arbeit nicht zu kurz kommen sollen. Das Internet gewinnt weiter an Bedeutung. Etwa 18 Stunden pro Woche sind Jugendliche online.

Über 40 % der Jugendlichen sind politisch interessiert und auch bereit, sich politisch zu engagieren, allerdings kaum in großen Parteien. Das Vertrauen in Politiker ist nicht sehr ausgeprägt. Auch große Unternehmen, Kirchen und Banken genießen eher wenig Ansehen. Vertrauen wird Polizei, Kirchen und Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen entgegengebracht. Die Mehrheit der Jugendlichen gehört einer Glaubensgemeinschaft an. An Gott glauben allerdings nur 38 % der christlichen, aber 81 % der muslimischen Jugendlichen.Den Zustand der Welt beurteilen Jugendliche mit Sorgen. Vor Terroranschlägen und  Krieg fürchten sich 62 % , vielmehr als noch vor fünf Jahren. Vor Fremdenfeindlichkeit haben die meisten Angst,  Zuwanderung fürchten sich immerhin noch 29 %.

Die Ergebnisse der 17. Shell Jugendstudie werden im Vergleich zu den vorhergehenden von den Wissenschaftlern überaus positiv bewertet und als “Generation im Aufbruch” bezeichnet. Wir Großeltern haben das schon gewusst, dass unsere Enkelkinder fleißig, ehrgeizig, politisch interessiert und optimistisch sind, also viel “besser” als ihr Ruf. Aber ist das wirklich ein “Aufbruch”?