vignette2012  Dear All, ein gutes Bild sagt mehr als tausend Worte. Und regt die Phantasie an. Vor allem, wenn man es mit Kindern zusammen betrachtet. Bilder von Norman Rockwell (1894-1978, Massachusetts, USA) sind ideale Erzählungen. Er malte gute Laune und Aufmunterung zu Situationen, in denen anderen das Lachen vergeht: Generationenkonflikt, Vorurteile, Abschied, kleine und große Nöte – aber auch Freuden. Seine Bilder tragen Botschaften, realistisch, technisch bewundernswert ausgeführt; meist mit einem Augenzwinkern, im Sinne von „wird schon wieder; da geht noch was“. Manche sagen, Rockwell sei kitschig, ur-amerikanisch und verniedlichend. Vermutlich ja, denn anrührend sind seine Bilder. Doch – ist das schlimm, wenn man ein Bild spontan mit Sinn und Gefühl nachvollzieht? Nicht beschönigend, doch wohlwollend bildete Rockwell Menschen ab, meist in Gruppen, die einen Konflikt zu bestehen haben. Er schaffte den Spagat zwischen Dramatik und Humor. Ein berühmtes Bild stammt aus der Zeit der Rassenkonflikte in den USA (1964) mit dem Titel „The Problem We All Live with“: Ein schwarzes Schulkind macht von seinem Recht Gebrauch, in die Schule zu gehen, eingereiht zwischen den Hosenbeinen weißer Anzugträger. Präsident Obama holte sich das Original für ein paar Monate ins Weiße Haus. Mir gefällt Rockwell besonders, wenn kuriose oder typische Situationen zwischen Alt und Jung das Thema sind: Der Heranwachsende beim Abschied aus dem ländlichen Elternhaus; Ein Polizist, der einem kleinen Ausreißer ein Soda spendiert (wohl, bevor er ihn ausliefert); ein alter Schuster, der einem Mädchen den Puppenschuh flicken will; ein besorgter Papa mit Sohn im offensichtlich heiklen Gespräch: alles Darstellungen, die sich wunderbar mit Kindern / Enkel betrachten und Geschichten drum spinnen lassen. Nein, Sie müssen dazu nicht ins Rockwell-Museum in die USA fliegen noch in einer Bibliothek kiloschwere Folianten ausleihen. Der Laptop oder das Pad taugen als „Carry- On“ Bilderbuch, wenn man sich z.B. ein paar der für Kinder und Senioren relevanten Rockwell-Gemälde auf den Bildschirm holt, ganz legal z.B. bei:
https://www.google.de/norman+rockwell+bilder.
Übrigens, Leser der Welt am Sonntag kennen Rockwell als Illustrator des Weihnachtsmanns in der alljährlichen Kolumne „Gibt es einen Weihnachtsmann?“. Kinder verstehen Rockwell spontan, egal welcher Muttersprache.
Es muss ja nicht immer Gerhard Richter oder Georg Baselitz sein… , zumindest nicht, mit einem neugierigen Kind zum Geschichtenerzählen auf dem Schoß.
Ihr Global Oldie