
Jahrzehnte später erfuhr ich: Einem Kind in Ostasien wäre das nicht passiert. Gemäß konfuzianischer Tradition hat Wahrhaftigkeit einen hohen Stellenwert; doch die Höflichkeit und der Respekt vor dem Alter einen noch höheren. Gesicht wahren und Gesicht geben ist in Korea, Japan und China eine der obersten Verhaltensregeln, die man von Kindesbeinen an lernt. Den Anderen Würde verleihen und selbst Haltung behalten . Nicht universale Ethikregeln sondern deren situationsgerechte Auslegung bestimmen das pädagogische Konzept.
Mit Konfuzius am Steuer fliege ich in einer Zeitmaschine zurück zur Großmutter. Statt Bremen nun Beijing. „Gib Großmutter ein Bussi zum Abschied“. „Gern! Doch ihre Gesundheit scheint mir delikat. Ich habe Schnupfen und will sie nicht anstecken“. „Was für ein rücksichtsvolles Kind. Geh‘ in Frieden!“ Alles wäre gut gegangen. Jener Tag, der Abschied, die Erinnerung an alle Beteiligte.
Es war das letzte Mal, dass ich die Großmutter gesehen hatte. Meister Konfuzius hätte ihr und mir jenen erbärmlichen Abschied erspart und uns beiden in Würde auseinander gehen lassen; zusätzlich meinem Vater das schlechte Gewissen und mir die frühen Zweifel an unserem abendländischen Wertekanon ausgelassen. Au Backe,
Ihr Global Oldie





Eine Antwort
würde im alter. leider wird dies bei uns immer weniger, denn auch ein älterer mensch sollte nach dem prinzip des miteinander jung + alt leben, doch wenn jemand in den bus steigt, zur haupt-verkehrszeit und auf seinen bus-stammplatz beharrt, dann noch verbeugung, vor dem alter? man sieht es älteren menschen im gesicht an, ob diese beißzangen oder würdige ältere sind. warum werden viele agressive ältere von ihren kindern sehr selten besucht? dies hinterfragen die älteren nicht, es wird nur gemeckert.