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Mit Schirm und Melone trotzen Chinas Senioren der Hitze

vignette2012 Hello All, Fuzhou ist die heißeste Großstadt Chinas, 2012 herrschten an 33 Tagen mehr als 35 C; einmal 17 Tage lang hintereinander. Trotz vieler Neubauten wohnen die meisten der pensionierten Chinesen noch in alten Werkswohnungen ohne Komfort. Einige haben sich nachträglich Klimaanlagen eingebaut, andere setzten auf Wassermelonen und andere „Klimahausmittel“. Das geht so: Nachts die Wohnungen lüften und tropffeuchte Laken von innen vor die Fenster hängen, um die Verdunstungskühle zu nutzen. Großblätterige Zimmerpflanzen sorgen für zusätzliche Kühle. Im Sommer würzen die Alten ihr Essen etwas schärfer; wegen der Verdauung und um mehr zu Schwitzen, was dem Körper Kühlung gibt – genug zu Trinken vorausgesetzt; besonders beliebt ist im Sommer Chrysanthementee. Einige Senioren pflegen im Sommer ein geradezu inniges Verhältnis zu Wassermelonen: Tagsüber im Kühlschrank temperiert, umschlingen sie die Melonen nachts als kalte Bettgenossen – und verzehren diese am nächsten Morgen als Wasserspender. Versierte Bastler schwören auf das „chinesische Wasserbett“: Ein Holzrahmen auf dem Boden, in den sie dicht gepackt, gefüllte Plastikwasserflaschen legen und darüber eine Reismatte als Matratze breiten: Kühlung von unten, incl. Massageeffekt. Tagsüber planen sie die Besorgungen für die frühen Morgenstunden und meiden das Freie ab 11 Uhr. Falls sie dennoch raus müssen: Anders als hier ist „kurze „ Sommerbekleidung wie Shorts oder Kurzärmeliges für das Gros der chinesischen Senioren keine Option. Zum einen gilt Hautbräune als ungesund und primitiv, zum anderen schätzen sie den Sonnenschutz leichter Baumwollkleidung, allerdings meist in dunklen Tönen – Beige ist in China noch nicht die Erkennungsfarbe der Alten. Vor Sonne schützen sich Männer mit Baseballkappen oder Strohhüten, Frauen halten knatschbunte Schirme als Schattenspender über sich. Und wohin, wenn es in der Wohnung dann doch zu stickig wird? Ab in die kühlen Wandelhallen eines Shopping Centers – die in China beliebteste Kulturanleihe aus Amerika. Aber auch Autotunnel und U-Bahnstationen sind bisweilen Ziel der Kühlesuchenden.
Wo erreichbar, wie z.B. auf der Insel Hainan, gehen ältere Chinesen im Sommer gerne im Meer Baden – jedoch erst ab Sonnenuntergang. Die Strände sind stellenweise mit großen Flutlichtanlagen ausgestattet, um den Nachtbadenden den Weg zu leuchten.
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Die Riesenstadt Chongqing, ein weiterer „Hot Spot“ Chinas bietet einen besonderen coolen Sommerservice. Die Verkehrsbetriebe haben am Dach Hunderter Bushaltestellen Anlagen installiert, die von 10:00 a.m. bis 18:00 p.m. alle 30 Sekunden einen feinen Wassernebel versprühen. Womit den darunter Wartenden Kühlung um 5 -7 C verschafft wird. Was vielleicht erklärt, wieso mehr alte Leutchen an solchen Haltestellen sitzen als in den überfüllten Bussen.
Bleiben auch Sie cool, selbst wenn Ihre Stadt Sie nicht benebelt,
Ihr Global Oldie

2 Responses

  1. tip von meiner mutter (jahrgang 1911) badewanne voll kaltes wasser bringt kühlung in wohnung
    tip von mir als rentner. mit blumenspritzer im freien zum befeuchten, in der wohnung immer wieder kalt
    abwaschen, und nicht viel bewegen. an winter denken.

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