Bei der Betreuung von Kinden unter 3 Jahren spielt die im Kinder- und Jugendhilfegesetz vorgesehene Tagespflege eine große Rolle. Mit diesem Angebot soll Eltern (idealerweise) einerseits die Wahlmöglichkeit zwischen einer Kinderkrippe und einer familienähnlichen Betreuungsform ermöglicht werden, andererseits sollen aber auch möglicht viele Versorgungsplätze geschaffen werden, denn trotz aller Bemühungen, der Fehlbedarf an Krippenplätzen ist imernoch hoch.
Überwiegend sind es Frauen, die als “Tagesmütter” Tagespflegestellen anbieten, in denen bis zu fünf Kinder betreut werden können. Qualifizierung mit Zertifikat, Beratung und Bezahlung durch das örtlich zuständige Jugendamt sind inzwischen selbstverständlich.
Mitte Dezember 2012 (14.12.2012) berichtete die Nürnberger Zeitung von einem 59-jährigen Tagesvater, von einem sehr seltenen Beispiel männlichen Engagements in der Nürnberger Tagespflege. In Nürnberg bieten 180 Frauen und 3 Männer insgesamt 800 Tagespflege-Plätze in ihrem häuslichen Bereich an. Es wird berichtet, dass es Männer besonders schwer haben, sich als Tagesväter durchzusetzen, zu groß ist das Mißtrauen der Eltern gegenüber Männern (trotz strengster Prüfung und Zertifikat), die kleine Kinder betreuen und in Erziehungsfragen wird ihnen wohl auch nicht allzu viel Kompetenz zugetraut. Dem 59-jährigen ist es schließlich gelungen, Tagesvater zu werden, weil seine Ehefrau schon als Tagesmutter qualifiziert war.
Die Erfahrungen zeigen, dass sowohl die Kinder als auch die Eltern mit dem Tagesvater höchst zufrieden sind und der Tagesvater selbst ist es offenbar auch.
An allen Orten werden dringend Tagesmütter und auch Tagesväter gesucht. Mehr männliche Erzieher in Kindertagesstätten – das ist schon eine sehr alte Forderung. Mehr Väter oder besser noch, mehr Tagesväter in der Tagespflege wäre doch eine sinnvolle Ergänzung und eine neue Aufgabe für Opas?