Auf der Leipziger Ausgabe der Messe “Die 66” hat mir unter anderem ein Stand besonders gut gefallen. Er präsentierte Modelle des Labels Fine Reiff. Der Slogan “die etwas andere Mode” ist durchaus zutreffend. Ulrike Andersch, die mollige Frauen jeglicher Größe geschickt einkleidet, erklärt ihr Erfolgsrezept mit den besonderen Schnitten, die sie verwendet. Die Linien sind selten gerade sondern immer etwas asymmetrisch, zipfelig, locker und trotzdem sehr kleidsam. Die Stoffe strahlen einen individuellen Chic aus.
Es ist schön, wenn Modemacherinnen sich endlich an die Zielgruppe der älteren Frauen wagen, die häufig doch mehr Kilos auf die Waage bringen als die Magermodelle.
Das muss nicht so sein, kann aber. Auf dem Laufsteg der Messe “Die 66” in Leizig tummelten sich bei der Modenschau vor einem sehr interessierten Publikum verschiedene Typen. Frauen, die mit 60 noch stolz Größe 38 tragen waren ebenso vertreten wie kleine Frauen mit großem Busen und welche mit breiten Hüften. Für sie wurde ebenfalls die aktuelle Herbst-Wintermode vorgestellt und die war äußerst vorteilhaft.
Mich freut diese Entwicklung auch, weil es früher häufig doch so war, dass Modehäuser die flotte Ware für die jungen Kundinnen im Erdgeschoss präsentierten und die größeren Modell im ersten Stock.
Ich frage inzwischen immer, bei welcher Kleidergröße das Sortiment im Laden aufhört. Damit erspare ich mir Zeit und Frustration. Dabei hatte ich jüngst im Elsass ein nettes Erlebnis.
Die Verkäuferin legte mir tröstend die Hand auf den Arm und meinte, sie habe für jede Figur das passende Angebot. Bis Größe 48 auf jeden Fall. Die brauche ich gar nicht, aber ich war angenehm überrascht darüber, dass im Lnad der eleganten und ebenso schlanken Französinnen doch eine solche Vielfalt herrscht. Die Souveränität und das Verständnis der eben zitierten Verkäuferin ist bei uns nach meiner Erfahrung allerdings eher selten.

Zipfelige Mode für mollige Frauen. Foto: Petra Nossek-Bock