Die Stadt Lauf hat hohe Ansprüche. Per Annonce in den örtlichen Tageszeitungen sucht sie zwei ehrenamtliche Kreisheimatpfleger. Die Aufgaben sind unter anderem: Beratung und Unterstützung der Denkmalschutzbehörde des Landesamtes für Denkmalpflege, Betreuung von Heimatmuseen und privaten Sammlungen, Zusammenarbeit mit Dienststellen und Verbänden.
“Wir bieten ein vielseitiges und abwechslungsreiches Ehrenamt”, heißt es weiter.
Geboten werden eine nicht bezifferte Aufwandsentschädigung und die Erstattung von Fahrtkosten für “dienstlich gefahrene Kilometer”. Die “aussagefähigen Unterlagen” sollen der Personalverwaltung zugesandt werden.
Würde man das Wort Ehrenamt durch Arbeitsstelle ersetzen, wäre die Anzeige durchaus korrekt. Was hier aber versucht wird, ist meiner Meinung nach unseriös und zutiefst empörend. Eine oder zwei hochqualifizierte Stellen, für die normalerweise gut bezahlte Mitarbeiter geworben werden müssten, werden zu Ehrenämtern umfunktioniert.
So wie sich die Stellenausschreibung liest, ist hier von Freiwilligkeit nur in soweit die Rede, als dass die Entscheidung freiwillig ist, ob man sich darauf bewirbt.
Bisher waren Ehrenämter durchaus mit der Freiheit verbunden, auch einmal eine Pause einzulegen, sich zurückzuziehen oder etwas zu tun, was sonst im hauptberuflichen Bereich nicht geleistet werden kann. Mal ein paar Stunden pro Woche sich zu engagieren, das kann erfüllend sein.
Diese Ausschreibung suggeriert einen verantwortungsvollen Fulltime-Job.
Ob das für rührige Senioren im Ruhestand gedacht ist? Meine Meinung ist vielleicht hart, aber ich finde: Wer sich darauf einlässt, ist nicht nur selber schuld, sondern nimmt anderen einen Arbeitsplatz weg.