Es war schon abzusehen, dass die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes sich nicht ganz so leicht gestaltete, wie es die Politiker am grünen Tisch sich vorgestellt haben. Dass sich nun Ministerien darüber streiten, wie sich das Verhaltnis zwischen Freiwilligem Sozialen Jahr und Bundesfreiwilllugendienst gestaltet, ist allerdings deswegen bemerkenswert, weil das Bundesfamilienministerium anscheinend die Abwesenheit von Ministerin Schröder ausnutzt, um die Vereinbarungen zu unterlaufen.
Der Bürger, vor allem wenn er einen pflegebedürftigen Angehörigen zu betreuen hat, reibt sich verwundert die Augen. Auf der einen Seite fehlt es an Hilfebedürftigen, nämlich bei dem neuen Bundesfreiwilligendienst und auf der anderen Seite drängeln sich die jungen Menschen, um einen Platz im Freiwilligen Sozialen Jahr zu ergattern. Statt nun per Verordnung beide Dienste zu schwächen, in dem die Mitarbieter eine Formeln efinden, die wenig praxisnah ist und eine Umverteilung mit der Brechstange bedeutet, sollte man Informationen über den Bundesfrwiwlligendienst vor allem Schulabgängern zukommen lassen, die keine Lehrstelle gefunden haben.
Die Besetzung der Stellen für das Freiwllige Soziale Jahr sind ohnehin für den nächsten Jahrgang weitgehend abgeschlossen.
Dem Angehörigen und dem Pflegebedürftigen ist es im übrigens egalt, wie der Service heißt, für ihn ist die Qualität der Versorgung wichtig und dazu gehören Freundlichkeit und Fachlichkeit. Wer sich aus eigenem Antrieb für einen solchen Dienst am Nächsten meldet, besitzt schon gute Voraussetzungen dafür wie beim Sozialen Jahr. Schließlich möchten diese jungen Leute häufig später im sozialen Bereich arbeiten und erwerben dadurch praktische Erfahrung. Und wofür soll der Bundesfreiwlligendienst gut sein? Hier läuft die Diskussion völlig verquer und für Eifersüchteleien zwischen den Ministerien fehlt mir jegliches Verständnis angesichts drängender Probleme in der Pflege.