Talkshows wie die von Beckmann sehe ich eher selten. Aber gestern habe ich sie mir doch angeschaut, jedenfalls bis Lena dran war. Nichts gegen die Eurovisionsteilnehmerin. Aber die Diskussion über Gunter Sachs Freitod hat mich doch mehr interessiert. Vor allem, weil Herbert Grönemeyer mit von der Partie war. Er hat seiner an Alzheimer erkrankten Mutter ein Lied gewidmet.
Das finde ich eine schöne Geste. Auch wie der Künstler treffende Worte für den Zustand seiner Mutter fand, die ein Annehmen der Situation erkennbar werden ließen, das hat mich angesprochen. Man kann sich die Sendung noch in dieser Woche mehrfach ansehen oder in der Mediathek der ARD.
Was mich noch beeindruckte, war die Art, wie Grönemeyer damit umgeht, dass in seiner Familie mehrere Vorfahren an Alzheimer erkrankten. Er selber fühle sich davon nicht besonders bedroht, sagte der Mittfünfziger. Er meditiere. Außerdem plädierte er dafür, dem Gehirn häufiger eine Auszeit zu gönnen. Also neben Gehirnjogging und den ganzen Tipps zur Gesunderhaltung des Gehirns einmal eine ganz andere Art der Prävention. Dabei korrigierte er Beckmann. Nicht der Modetrend der Entschleunigung sei gemeint, sondern der verloren gegangene Sinn für Muße. Damit der Mensch seine ganzen Eindrücke, die immer schneller auf ihn einprasseln auch verarbeiten kann.
Ich denke, die Mischung zwischen Anspannung und Herausforderung bis ins hohe Alter, sei es durch kreative Tätigkeiten wie Musik machen, malen, lesen, dann Bewegung und auch öfter mal Abschalten, kann vielleicht nicht gegen Alzheimer helfen, aber führt zu einem erfüllten Leben. Grönemeyer will übrigens auf diese Weise 96 werden.
Hier noch eine Kritik.