Es ist wirklich sehr verwirrend. Meine Tochter erhält von allen Seiten sicherlich gut gemeinte Ratschläge zur Erziehung unseres Enkelsohnes (inzwischen 5 Jahre alt) – natürlich auch von uns. Dabei stapeln sich bei ihr zu Hause viele Bücher zur Entwicklung von (kleinen) Kindern und Ratgeber, was bei seiner Entwicklung zu beachten ist (von der Ernährung bis zur Kinderpsychologie) und was besonders förderlich ist (und was eben nicht). Dazu hat sie fast alle Eltern-Zeitschriften, die Briefe eines Arbeitskreises, Anregungen des Jugendamtes zur Sprachentwicklung – und wenn das alles noch nicht genug ist, befragt sie auch das Internet, in dem es jede Menge an Elternforen mit Frage und Antwortmöglichkeiten gibt – praktisch für alle Lebenslagen und Erziehungsfragen. Von den häuslichen Diskussionen ganz zu schweigen, die werden ja auch noch immerzu geführt. Ob, dass alles für unseren Enkelsohn gut ist, kann ich nicht beurteilen. Wie habe ich meine Kinder bloß groß bekommen, als es diese Möglichkeiten der Information und der Kommunikation noch nicht gab? Ich fürchte, dass meine Tochter in der Erziehung unseres Enkelsohnes zunehmend unsicher wird, weil sie einfach zuviele “Ratgeber” nutzt?