Meine Enkelkinder sind 6 und 8 Jahre alt. Sie kennen keine Grimmschen Märchen, denn ihre Eltern finden, dass diese viel zu schaurig sind. Im Prinzip haben sie ja recht: diese Märchen – bis auf das immer “glückliche” Ende – sind nun wirklich nicht nur “schön”. Da ist von bösen Hexen, Zauberern und von bösen Stiefmüttern die Rede, da werden Schwestern unterdrückt oder Mädchen in einen Turm eingesperrt und selbst Prinzen und Prinzessinnen sind verwunschen oder in einem tiefen Dauerschlaf. Vom bösen Wolf, der Großmütter fressen möchte, mal ganz zu schweigen. Die Liste der “Gruselfiguren” liesse sich beliebig fortsetzen. Wenn unsere Enkelkinder bei uns sind, dann schauen wir gemeinsam Bilderbücher an oder lesen auch Geschichten vor. Grimms Märchen sind nicht darunter. Wir möchten ja nicht, dass unsere Enkelkinder schlechte Träume haben und sich fürchten. Allerdings sind meine Kinder (wie ich auch) mit diesen Märchen groß geworden, geschadet haben sie uns nicht. Vielleicht sollten wir doch mal unseren Enkelkindern ein Grimmsches Märchen vorlesen, schließlich sind sie Bestandteil der (frühen) Kinderliteratur?