Was für einen rasanten Bedeutungsverlust hat die Zigarette aus Sicht der Älteren erlebt. War der Glimmstängel in der Nachkriegszeit ein beliebtes Mittel, um auf dem Schwarzmarkt Lebensmittel oder ein kleines bisschen Luxus einzutauschen, ist es heute eine sichtbar gewordene Bedrohung der kollektiven Gesundheit.
In Bayern hat man Rauchern jetzt radikal die Tür gewiesen. Ob das ältere Menschen sind, die sich ihren Zigarettenkonsum nach so vielen Jahren nicht mehr austreiben lassen, oder junge: Alles muss in Gaststätten und öffentlichen Gebäuden künftig vor der Tür qualmen. Das mag den Dialog der Generationen befördern, aber leicht zu ertragen ist es für die in die Jahre gekommenen Zigarettenkonsumenten wirklich nicht.
Wer einmal erlebt hat, wie sich die betagten Raucher vor der Tür der Seniorenheime versammeln, weiß wie wichtig ihnen diese Angewohnheit ist. Einmal bat mich eine alte Dame um Feuer. Sie zitterte stark und stützte sich auf ihren Rollator. Natürlich habe ich ihr geholfen. Aber mit schlechtem Gewissen. Warum eigentlich?
Ich glaube aber nicht, dass die Vertreter des Rauchverbots nur einen Gedanken an diejenigen gerichtet haben, die mit der Zigarette alt geworden sind. Natürlich sind Ausnahmen für Raucher ab 75 Jahre weder denkbar noch durchsetzbar. Aber ich finde, ein paar Freiräume sollte man denjenigen zugestehen, die meistens im letzten Lebensabschnitt ohnehin schon so viele Einschränkungen hinnehmen müssen.
Mich würde interessieren, ob es eine Diskussion über Rauchen in Altersheimen gibt oder hier jeder in seinem Einzel-Zimmer machen kann, was er möchte?