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Muss die Mode endlich umdenken?

Frühling, Sonne, steigende Temperaturen. Jetzt möchte man sich etwas Schönes zum Anziehen kaufen. Doch sobald die Größe 44, 46, 48 gesucht wird, dünnt sich das Angebot der Geschäfte aus. Meistens haben die Kunden eine große Auswahl bei kleinen Größen. Das trifft vor allem bei den Frauen zu. Bei meinem Besuch in Amsterdam Mitte März fand ich eine Boutique, die Kleider einer holländischen Designerin verkaufte. Diese dachte auch an die etwas voluminöseren Kundinnen und schneiderte hübsche Sachen.
Selbst hier war das Sortiment für die etwas runderen Frauen übersichtlich. Wenn die neue Kollektion auf den Markt kommt, müsse sie die Stammkundinnen mit den großen Größen extra anrufen, damit sie von den wenigen Stücken eines ergattern können, erzählte die Verkäuferin.
Letztens habe ich eine Holländerin kennengelernt, die das Label VONTUM gegründet hat. Sie meinte, ihre Kundinnen könnten ihr Anregungen geben. Diese würde sie dann aufnehmen. Schließlich sei dies Mode entwerfen im Zeichen von web 2.0
Ich würde mir wünschen, dass ich häufiger mit den Designern direkt in Kontakt treten könnte. Dann hätten auch die etwas üppigeren Frauen mehr Chancen in den Läden, etwas Passenden zu finden.

2 Responses

  1. Da stellt sich schon ziemlich schnell die Frage nach der Henne und dem Ei – im übertragenen Sinn natürlich: Denn warum sollten Designer nicht auch Kleider für Frauen oder Männer mit sog. Übergrößen entwerfen, wenn sie dafür bezahlt werden. Umgekehrt lässt sich mit den Entwürfen für Hungerkünstler halt mehr Knete machen. Wobei man wieder beim Designer wäre, der eben genau weiß, wo der Hammer hängt. Ergo: Wer genug Geld hat, dem hilft der Kontakt zu “seinem” Designer bestimmt, wers nicht hat, muss halt suchen – auch wenn das gemein ist.

  2. jachdem die Branche ebenfalls über mangelnden Absatz klagt, frage ich mich schon seit 10 Jahren über ihre Instinktlosigkeit. Sie verzichtet durch ihren Fokus “jung und schlank” (wobei auch die Jungen durchaus zu Übergewicht neigen) auf beträchtliche Profite. Warum sollte diese Mode vom Design her teurer sein? Es ist einfach ein Klientel wie jedes andere. Ich habe meine Nische gefunden. Während meines Winteraufenthaltes in Tunesien finde ich auf dem Wochenmarkt gebrauchte Kleidung, darunter Markenkleidung aus Frankreich, Italien und England, für wenig Geld. Dass sie getragen wurde, sieht man ihr gar nicht an. Und der Schnitt ist um vieles schicker als die deutschen Modelle zum hohen Preis, die gerade in diesen Ländern (mit zig Tausend Prozent Profit?) billigst hergestellt werden. Übrigens ist dieser Markt nicht nur bei sog. “armen” Leuten beliebt. Gerade meine reichen Freundinnen zeigen sich stolz die Schnäppchen, die sie dort “ergattert” haben, u.a. Seidentücher von Hermes, Blazer von Escada, etc.
    Die Deutschen verschlafen wieder einmal den Zug der Zeit. Die Alten und die Dicken ruhen da offensichtlich noch weitgehend unbeachtet in den Schubladeb von “young and beautiful”. Mögen sie weiterhin da ruhen. Frau/Mann findet Alternativen, wenn sie/er danach sucht.
    Ein anderes Problem: Schuhe für unser Knochenbrecher Kopfsteinpflaster.
    Seit ich meine Schuhe bei Vamos bestelle, geht es meinen Füßen wieder gut. Da finde ich weiches Oberleder, weiche und luftgepolsterte Laufsohle, unten stabil und oben elegant (passend zu Rock und Hose), sowie unterschiedliche Weiten für problematische Füße. Frage ich in sog. Fachgeschäften nach diesen Kriterien, weiss die “Fachverkäuferin” mit solchen “Fachausdrücken” meist gar nichts anzufangen, alles unbekanntes weites Feld. Außerdem ist der Preis günstiger und ich kann die Schuhe Zuhause (nicht auf der Straße) 14 Tage ausprobieren, bevor ich mich zum Kauf entscheide.
    Damit will ich beileibe keine Werbung für Vamos machen, die womöglich gar nicht die einzigen sind, die auf die Problemfüße älterer Menschen eingehen und somit eine große Lücke füllen. Eine andere Firma habe ich leider bisher noch nicht entdeckt, bin aber für jeden Hinweis von Lesern dankbar.
    Fazit: Die Unternehen schalten sich durch ihren Blindflug für einen wachsenden Bevölkerungsanteil womöglich selbst aus ….

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