Wenn man aus Deutschland in ein benachbartes europäisches Land fährt, fällt es jedesmal auf, wenn die Bevölkerung durchschnittlich jünger ist als bei uns. In Amsterdam war der Anteil der jungen Menschen auf den Straße so augenfällig in der Überzahl, dass ich mich unwillkürlich fragte, ob die Niederländer ihre Alten einfach in die Grachten werfen? Oder, ob die malerischen Zugbrücken abends hochgezogen werden und die Leute über die Kanäle springen müssen? Wer es nicht schafft, hat Pech gehabt und das sind sicher mehr Alte als Junge.
Nein, natürlich stimmt das nicht. Die Niederländer sind ein Volk von toleranten Menschen, die absolut tolerante Gesetze haben. Man denke nur an die Antidiskriminierungsgesetze für Migranten, Homosexuelle und Cannabisfreunde. Diese leben häufig auch jenseits der 50 gerne in Amsterdam.
In der Tat setzt sich die Bevölkerung Amsterdams zu 40 Prozent aus Menschen unterhalb der 30 zusammen. Der Durchschnitt beträgt 25 bis 44 Jahre.
Die Älteren sind meistens in die Vororte gezogen. Das ist des Rätsels Lösung. Als Tourist darf man sich aber in jedem Alter über diese anregende Stadt freuen und wird immer höflich behandelt, egal ob man schon ergraut ist oder nicht. Im restlichen Teil der Niederlande gibt es übrigens auch eine ähnliche Entwicklung wie in Deutschland: Die Bevölkerung wird immer älter.