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Wie werden Familien glücklich?

vignette_mielenzKein Zweifel, das Thema „Familie“ ist schon längst kein „Gedöns“ mehr. Sonst hätte sich der stern vom 4.7.2013 in seinem Titelthema wohl kaum der Frage gewidmet, wie es Familien schaffen können, „glücklich“ zu werden oder zu sein und was für ein solches glückliches Familienleben von Kindern, Eltern und Großeltern wirklich wichtig ist.
Zum Glücklichsein werden 5 Regeln angeboten nachdem im Einleitungstext des „Kleinen Leitfadens“ klargestellt wird, dass die wesentliche Voraussetzung für alles Glück in der Familie (bei gelebtem Familien-Zusammenhalt) die freie Entfaltung eines jeden Einzelnen ist. Wenn also z.B. die Mutter meint, irgendwie zu kurz zu kommen und keine Abhilfe geschaffen wird, dann wird die ganze Familie nicht froh.
Die 5 Regeln: (1) Vertrauen, Schutz, Geborgenheit, Schwäche zeigen dürfen, Unterstützung erhalten; (2) Zuversicht vermitteln, Optimismus lernen; (3) Fairness üben, jeden ernst nehmen; (4) Freiheit lassen, Kinder fördern, aber auch loslassen und (5) Neues denken, nicht in Prinzipien erstarren.
Ratgeber für das Glücklichsein gibt es viele, nun also auch noch der Leitfaden aus dem stern. An den im Leitfaden viel ausführlicher als hier dargestellten und begründeten Regeln ist nichts falsch, auch wenn sie sich arg klischeehaft lesen und im „richtigen“ Leben wohl kaum ein Familienmitglied alle Verhaltensweisen gleich auf einmal einüben kann. So umgänglich, zugewandt und lieb sind auch Familienmitglieder nicht, jedenfalls nicht immer und schon gar nicht alle gleichzeitig.
Ob es auch gelingt, das glückliche Familienleben zu schaffen, wenn die Wohnung zu klein ist, Geldsorgen und Schulden belasten, vielleicht eine Scheidung droht, Arbeitslosigkeit, Stress und Alkoholprobleme das Verhalten beeinflussen und wenn die Großeltern, die alles besser wissen, sich ständig ins Familienleben einmischen?

3 Antworten

  1. Ja, vor allem das Loslassen scheint mir ein wichtiges Thema in gluecklichen Familienverbaenden. Das gilt nicht nur fuer “ over protective“ Eltern, die z.Z. als ueberfuersorgliche „Helikoptereltern“ Aufmerksamkeit geniessen.
    Jahrzehnte spaeter finden vor allem ehemals besonders fuersorgliche Muetter in ihren alternden Ehemaennern oder in den stark gealterten eigenen Eltern neue Objekte einer bisweilen erdrueckenden Fuersorge. Neben unwuerdigen Szenen in Supermaerkten und auf Parkplaetzen, in denen sich junge und alte Senioren einer zu gut gemeinten Gaengelung erwehren, fuehrt dies auch zu einer unnoetig schnellen Abnahme der Autonomie, Selbstverantwortung und Senilitaet. Wuerde und Freiheit scheinen mir untrennbar, nicht nur in der Politik, sondern gerade auch in der Familie.

  2. Wieder einmal sowohl als auch: Denn natürlich sind die vom Stern erstellten Regeln zum Glücklich sein etwas idealisiert, aber im Prinzip fast vernünftig – wenn nur nicht die richtigen Fragen von Frau Mielenz am Ende ihres Textes stören würden. Und andererseits habe ich selbst erlebt, wie meine Schwester sich aufopferungsvoll um unsere Mutter gekümmert hat, diese aber schließlich keine Banküberweisung mehr selbst ausfüllen konnte.

  3. wenn keine eifersucht des ehepartners des/r sohnes/tochter vorhanden ist, dann wäre ein zufriedenstellendes zusammenleben auch mit den enkeln möglich. aber wenn eine schwiegertochter ihren ehemann vor der mutter als „bubele“ bezeichnet und eifersüchtig darüber wacht, daß das bubele höchstens alle 6 wochen mal mutter besuchen darf, sich beim enkelkind genauso verhält, ist leider ein noch so lockeres zusammenleben nicht möglich. aber wir alten sollen jung und alt fördern, bitte wie?

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