Regeln oder besser: Vereinbarungen sind für das alltägliche Zusammenleben in Familien und insbesondere für Kinder zur Orientierung wichtig. Immer wieder wird in Ratschlägen zur Erziehung betont, dass Kinder Regeln und damit beschriebene Grenzen für ihr Tun und Verhalten brauchen, denn dadurch lernen sie, was erlaubt ist und was eben nicht. Und überdies schaffen klare Strukturen Sicherheit und Geborgenheit, so jedenfalls die pädagogische Fachmeinung.

Dabei sollten Eltern (selbstverständlich) ein gutes Vorbild sein, die Regeln sollten altersgemäß sein (je jünger die Kinder sind, desto mehr müssen die Eltern vorgeben), die Eltern sollten sich in den vereinbarten Regeln einig sein (sonst werden sie leicht gegeneinander ausgespielt) und bei Nichteinhaltung der Regeln sollten den Kindern die Folgen deutlich gesagt werden.

Nun wissen wir aber, dass trotz aller gut gemeinten Zusagen der Kinder, die vereinbarten Regeln auch einzuhalten, manchmal einfach nichts so klappt, wie vereinbart: da wird schon mal das Kinderzimmer nicht aufgeräumt, Kleidungstücke im Zimmer verstreut, am Morgen mächtig getrödelt, so dass in der Schule häufig zu spät gekommen wird, es wird zu lange am PC gespielt und ferngesehen die Hausaufgaben nicht gemacht, der Müll nicht entsorgt und von der Fete bei Freunden viel zu spät nach Hause gekommen. Da kann es schon mal Streit zwischen Kindern und Eltern geben.

Nun sind Regeln ja nichts für immer und ewig und allzu einengend sollten sie auch nicht sein. Also heißt es, das “geregelte” Miteinander hin und wieder zu überprüfen, anzupassen und auch mal Ausnahmen zuzulassen. Womit wir bei den Großeltern wären, die gerne für sich “Ausnahmen” in Anspruch nehmen. Warum auch nicht, schließlich bestätigen doch die Ausnahmen die Regeln?