Hello All,

auf Enkelbesuche sind wir latent vorbereitet. Wir horten für diverse Alter, Temperamente und Tageslaunen strategische Reserven an Lego, Playmobil und Bastelutensilien, wie Laubsägematerial. Letzteres für das allwinterlich neue Vogelhaus. Nur dass sich diesen Winter weniger Vögel, und schon gar keine Enkel einfinden. Die auswärtigen Enkel dürfen wegen der Corona-Gefahr z.Z. nicht zu uns. Unsere gefiederten Stammgäste sind dem Insektensterben ausgesetzt. Oder, so mein dringlicher Verdacht, zusätzlich Opfer einer neuen Katze in der Nachbarschaft, die unseren Garten täglich durchpirscht.

Aber dürfen solche externen Faktoren die intrinsische Motivation zum Adventsbrauchtum stören? Nein, wir lassen uns weder von Corona, Klima oder Katze so leicht unterkriegen. Es bleibt beim Lichterschmuck auf der Tanne vor dem Haus, dem Adventskranz und etwas Weihnachtsgebäck, selbst wenn die emsigen Assistenten und zuverlässigen Hauptabnehmer vor Ort ausbleiben. Und es gilt weiterhin der vorweihnachtliche Bau einer Vogelraststätte. Unter der Nachhaltigkeitsprämisse: nichts kaufen. Dieses Mal spendierte eine Weinkiste das Baumaterial. In Ermangelung von Bastellehrlingen fungierte ich in der Doppelbesetzung als Architekt und Ausführender. Was vielleicht der Bauzeit und handwerklichen Anmutung förderlich war, jedoch nicht der Akzeptanz des Endproduktes. Nicht eine Schwanzfeder lässt sich im Neubau blicken, seitdem dieser von einem einschlägig bewährten Ast baumelt. Selbst die nimmersatten Eichhörnchen nehmen keine Notiz von der neuen Kantine. Sie bedienen sich weiterhin in den Vorjahresmodellen. Vermissen sie die wetterbedingte Patina vorheriger Häusle, oder die kindliche Fantasie im Design, das bisweilen organisch wirkende Finish, oder was?  Also, auf diese Absenz waren wir doch nicht vorbereitet. Aber Erwarten passt zum Advent; warten wir also weiter. Auf Enkel, Vögel und Eichhörnchen.

Ihr Global Oldie