Hello All,

in Großstädten kommen Fußgänger und Straßenverkehr nur bedingt gut miteinander klar. Verkompliziert durch Alte. Die bewegen sich langsamer, hören und sehen schlechter, wirken unsicher. Manche trotten scheinbar stoisch über belebte Fahrbahnen; andere sind selbst auf dem Bürgersteig sturzgefährdet unterwegs. Dennoch sollen und wollen Alte aktiv, selbständig und mobil bleiben. Und somit am öffentlichen Leben, und damit auch am Verkehr teilnehmen.

In Anbetracht ihrer alternden Bevölkerung bewog dieses Dilemma Singapurs Regierung zur Einrichtung von „Silver Zones“. Das sind zugunsten der Fußgänger optimierte Straßen mit seitlichen Gehwegen. Derzeit an unfallträchtigen Strecken und solchen mit hohem Anteil an älteren Fußgängern. Autofahrer sehen bei Einfahrt in eine Silver Zone-Straße spezielle Verkehrsschilder und „silberne“ Randmarkierungen; die Fahrbahn ist durch optische und bauliche Schikanen verengt und das Tempo ist auf 40 Km/h gedrosselt.  Wo möglich, hat man die Bürgersteige durch Geländer und Blumenbeete von der Straße distanziert, um spontane Straßenquerungen zu unterbinden.  Auf dem Bürgersteig einer Silver Zones geht man auf leicht rauem Belag, so dass man bei Nässe nicht ins Schlittern kommt. Die hohen Bordsteinkanten bieten an Straßenecken abgesenkte Kanten für Rollstuhlfahrer. Besonders auffällige Hinweisschilder führen Fußgänger zu Zebrastreifen mit extra breiten Verkehrsinseln zum sicheren Pausieren oder zu „Green-Man-Plus- Ampeln“*. Oder zu Fußgängerbrücken und Tunnels mit Rolltreppen und Aufzügen. Die Bushaltestellen sind überdacht, um Tropensonne- und Tropenregen abzuweisen; oft mit Sitzgelegenheiten und Armstützen. Pikobello sauber, gut beleuchtet und geruchsfrei.

Bis 2023 will Singapur 50 weitere Silver Zones schaffen. Nutznießer sind zudem auch Kinder, Schlenderer und Touristen, die diese Stadt zu Fuß durchwandern. Nur die schwüle Hitze bleibt ein Hindernis auf längeren Gehstrecken. Eigentlich würden sich solche Silver Zonen in unseren Gefilden sogar noch besser machen: Wir haben einen noch höheren Anteil an Fußgängern im Seniorenalter und gleichzeitig das gemäßigtere Klima zum Schlendern.

Ihr Global Oldie

———————————-

siehe Blog vom 13.2.2020