Haben Sie auch einen Enkelsohn (etwa 8 Jahre als), der häufig “außer Rand und Band” gerät, der schnell ausrastet, der sich und seine Emotionen nicht kontrollieren kann, der laut und ungestüm schreit und manchmal auch schlägt? Das macht er zu Hause mit seinen Eltern, das hat er schon im Kindergarten und in der Schule gemacht. Und immer wieder musste gebettelt und psychologische Hilfe zu Rat gezogen werden, damit er in den Einrichtungen bleiben konnte. Nach Meinung der Experten sind in Deutschland 20 bis 25% der Kinder verhaltensauffällig bzw. verhaltensgestört. Andere Experten gehen von “nur” 15% aus, aber das sind dann ja immer noch sehr viele Kinder, deren Zahl ständig  zunimmt.

Was genau versteht man unter Verhaltensstörungen? Gemeint sind hefige Aggressionen, Wutausbrüche, bewusste, provozierende Regelzuwiderhandlungen, Störungen in der Kommunikation und des Sozialverhaltens, mächtig viel Trotz, heftige Streitereien u.a.m. Eigentlich sind diese “Auffälligkeiten” in der Entwicklung eines Kindes ganz normal. Besorgt muss man erst sein, wenn mehrere dieser Anzeichen regelmäßig über längere Zeit auftreten.

Ursachen eines auffälligen Verhaltens können sein: Erziehungsfehler der Eltern, aber auch im Kindergarten und in der Schule, wenn es nicht gelingt zu integrieren, traumatische Erlebnisse, Konflikte der Eltern untereinander, Gewalt in der Familie, Vernachlässigung oder auch Verwöhnung, wenn jeder Wunsch gleich erfüllt wird. Professionelle Hilfen bieten die verschiedenen Dienste der Kinder- und Jugendhilfe (z.B. Erziehungsberatung, Familientherapie) und Beratungsstellen der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Wichtig für Eltern und Großeltern:  dem Verhalten der auffälligen Enkelkinder mit Gelassenheit und Geduld zu begegnen. Manche Verhaltensprobleme lösen sich von ganz allein.