Seit 2000 hat die Rentenkasse mehr als 30 Milliarden Euro „angespart“ – dank einer in dieser Zeit guten und auch sehr guten Konjunktur, sinkender Arbeitslosigkeit und mehr Beitragszahler/innen. Das wird ab spätestens ab 2020 zu Ende sein, und dann geht es mit diesen Ersparnissen steil bergab. So sehr bergab, dass die gesetzlich vorgeschriebene Rücklage in Monatsausgaben von 0,2 nicht mehr zu halten sein wird, ohne dass die Beitragssätze (derzeit 18,7%) erhöht werden müssen.
Wer so argumentiert, muss sich allerdings auch vor Augen halten, dass die Rentenerhöhungen der zurückliegenden Jahre ziemlich mager ausfielen. Darüber hinaus wurde der Beitragssatz zu Beginn des Jahres 2015 gesenkt, so dass Rente der Formel zufolge ebenfalls um 0,26 Prozent stieg. Wären die Beiträge gestiegen wäre die Rentenerhöhung möglicherweise niedriger ausgefallen.
Im folgenden (kritische) Stimmen zur Rentenerhöhung:
(Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland):
„Das klingt nach den mageren Rentenerhöhungen der letzten Jahre wieder mal nach einer guten Nachricht für die 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner“ Allerdings sieht sie auch die Gefahr einer künftigen Altersarmut, weil sich „Die Neurenten seit Jahren im rasanten Sinkflug (befinden)und fordert ein Einfrieren der Renten auf mindestens auf 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns“ (geplant ist ein Absinken der Renten auf 43% bis 2030, d. Red.).
Annelie Buntenbach (Vorstandsmitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund für Sozialpolitik) nach Deutschland Radio
Die alternierende Vorsitzende der Rentenversicherung, Annelie Buntenbach, im Deutschlandradio
„Das Risiko, dass immer mehr Menschen in Altersarmut fallen, ist nicht gebannt“, da die jetzige Rentenerhöhung das sinkende Rentenniveau nicht kompensiert.Darüber hinaus kommentieren die Leipziger Volkszeitung, die Westfalenpost und die Märkische Allgemeine die Rentenerhöhung als gutes Zeichen, weisen aber auch auf die Gefahren hin.
Matthais W. Birkwald (Die Linke)
„Das ändert aber nichts an der großen Schieflage bei der Altersversorgung in Deutschland“, „Nicht zu vergessen ist, dass die Renten zwischen 2002 und 2015 im Westen um 8,4 und im Osten um 5,7 Prozentpunkte hinter den Löhnen zurückgeblieben sind. Schuld daran war in den vergangenen Jahren vor allem der Riesterfaktor.“
Markus Kurth (Bündnis90/Die Grünen
Sieht in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel auf die Rentner“entbehrungsreiche Zeiten“ zukommen, trotz der Rentenerhöhung. Dabei verweist der rentenpolitische Sprecher seiner Fraktion auf das sinkende Rentenniveau. Dieses in den Griff zu bekommen, hält er für die wichtigste Aufgabe der Politik.
Eine Antwort
wir rentner sind sparen gewöhnt. wenn ich an jemand denke, in 12 jahren jetzt 100 euro mehr rente, (930 jetzt 1030) und dieser rentner hatte gut verdient. aber durch arbeitslosigkeit, mit 60 in rente, ein lebenlang
jetzt 9 % abzug, (trotz 45 jahre beitrag) ist ja abgeschafft, oder? davon spricht keiner mehr.