vignette_nosseck_bockNeulich habe ich die große Altpapiertonne angeschaut und mir vorgestellt, wie diese von einem hochaltrigen Menschen an den Straßenrand geschoben wird. Wenn so ein riesiger Abfallbehälter bis zum Rand gefüllt ist, dann wiegt er ziemlich viel. Das kann schon das Aus für das Leben in den eigenen vier Wänden sein. Schließlich sind es nicht die großen, existenziellen Probleme, die betagte Menschen in die Knie zwingen, sondern die vielen kleinen Dinge, die bewältigt werden müssen.
Deswegen finde ich es in Zukunft ganz wichtig, dass man mindestens zwei Größen von Mülltonen anbietet und in einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung dafür sorgt, dass die Idee des Müllvermeidens inklusive Kostensparen dahingehend auf den Prüfstand gestellt wird, dass sie auch hochbetagte Menschen noch erfüllt können. In der nächsten Ausgabe des Magazins sechs+sechzig, die am 5. Juli erscheint, fordert der neue Demografiebeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Michael Frieser, dass alle Gesetze einen Demografie-Check erhalten. Beim Thema Müll wäre das meiner Meinung nach angemessen.
Denn noch immer wird viel zu wenig bedacht, was es eigentlich bedeutet, mit weniger werdenden Kräften noch im Haushalt zurecht zu
kommmen. Und mancher scheut sich einfach, einen Nachbarn zu bitten, die Mülltonne auf die Straße zu stellen. Geschweige denn mit dem Taxi zum Recyclinghof zu fahren, wenn man es nicht selber kann.
Wer jetzt denkt, das ist doch ein ganz geringes Problem, sollte mal versuchen, mit Krückstock oder Rollator so etwas zu bewegen.
Vielen Dank an dieser Stelle übrigens allen Mitarbeitern der Müllabfuhr, die älteren Menschen dabei helfen, gelbe Säcke abzutransportieren, Bio-, Restmüll- und Papiertonnen an den richtigen Platz zu stellen.