vignette_nosseck_bockIn meiner Lieblingszeitschrift, der Wienerin (siehe hier) ist ein Artikel den Models jenseits der 60 gewidmet. Das ist inzwischen nicht mehr so ungewöhnlich. Doch frage ich mich, welche Botschaft steckt dahinter? Die Autorin der Wienerin meint, “Sex sells” war gestern. Heute müssten sich Modemacher und andere Branchen neue Konzepte überlegen.
Da weckt der Anblick einer Eveline Hall, 68, auf dem Laufsteg bei einer Haute Couture Präsentation Aufsehen. Die reifen Models sind Sympathieträgerinnen, heißt es weiter. Ob Grand Dame Carmen Dell Orefice (83) oder Linda Rodin (65). Sie verkörpern ein Versprechen an die junge Generation: Wenn Ihr mal alt seid, dann geht es Euch gut. So könnte die Botschaft lauten.
Denn die Jugend ist zur Zeit eher ein Auslaufmodell. Der Arbeitsmarkt war schon immer schwierig, aber inzwischen stellen Firmen nur selten junge Nachwuchskräfte ein. Sie setzen eher auf bewährte Mitarbeiter. Sogar die Politik strickt fleißig an dem Modell mit, das auf Erfahrung beruht.
Machen die reifen Modells den demografischen Wandel sichtbar und damit auch den Wandel der Einstellung? Vom jugendlichen Mut zum Experiment und Aufbruch zu neuen Entiwcklungen hin zum Festhalten am Bewährten und Sicherung des Erreichten? Fast scheint es mir so.
Die reife Modells in dem Bericht haben eine andere Auffassung. Sie glauben, dass ihre stärker werdende Präsenz auf Modenschauen und in Magazinen zeigt, dass auch jenseits der 60 noch so manches geht im Leben. Das macht Mut. Ich freue mich über diesen Trend, wenn es wirklich darum geht, dass man bis ins hohe Alter chic sein und Träumen verwirklichen kann. Ade altes Eisen, hello neue Altengeneration.