Joachim Möller, Chef des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei einer Tagung in Nürnberg. Foto: R. BüschelAm 26. September 2013 gab Joachim Möller, der österreichischen Zeitung “Die Presse” ein Interview, das auch Online (die Presse.com) veröffentlicht wurde.
In diesem Interview trat der dort als “Chefökonom” titulierte Möller  für eine schrittweise Erhöhung des Pensionsalters ein – nicht nur in Österreich. In einem Vergleich fällt auf, dass in Österreich wesentlich weniger älter Arbeitnehmer/innen im Arbeitsleben integriert sind. So liegt die Erwerbsquote im Vergleich:
– bei den 50-54-Jährigen in Österreich bei 85,2% (D:86,8%)
– bei den 55-59-Jährigen in Österreich bei 64,9% (D: 79,4%)
– und den 60-64-Jährigen in Österreich bei 21,7% (D: 49,8%)
Die Österreicher gehen im Schnitte also mit 57,58 Jahren in Rente. Joachim Möller meint nun, dass dies auch für Österreich, hauptsächlich wegen der demografischen Entwicklung nicht haltbar sei und eine Rentenreform mit der Erhöhung notwendig sei. Dies sei auch wichtig, um den Jungen gegenüber Gerechtigkeit walten zu lassen, da sie die Hauptlast steigender Pensionen tragen werden.
Der Chef des IAB lobte deshalb die Politik der Regierung Schröder. Er wendete sich gegen die, von Möller so genannten, unheiligen Allianz zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern, die bis dahin in Deutschland herrschte. Diese hätte ein Altersteilzeitmodell propagiert, das einer Subventionierung der Firmen geglichen hätte, damit Ältere früher aus dem Arbeitsleben gehen könnten.  Möller bezeichnet die Idee dahinter, dass damit Jobs für Jüngerer frei gemacht würden, als falsch.
Auch wenn Ältere Schwierigkeiten bei der Jobsuche hätten, wäre es falsch anzunehmen, dass diese nicht auch länger arbeiten wollten. Generell sei bei der längeren Anstellung Älterer eben Fantasie gefragt, auch um mehr Flexibilität bei den Altersübergängen zu erreichen. Als Erfolgsmodell zitierte Möller Porsche.
 
Zur Ergänzung empfehlen wir den Online-Beitrag des Magazins 66,  “Rente mit 67/75 oder darf’ ein bisserl mehr sein”.