Ein Pflegefall zu werden, ist schlimm genug. Mit der richtigen Vorsorge, lässt sich zumindest die finanzielle Situation besser verkraften.  Foto: oh

Ein Pflegefall zu werden, ist schlimm genug. Mit der richtigen Vorsorge, lässt sich zumindest die finanzielle Situation besser verkraften. Foto: oh

Ein Pflegefall zu werden, bedeutet nicht nur eine gesundheitliche Einschränkung, sondern oft auch ein finanzielles Risiko. Mit privater Vorsorge und staatlichen Förderungen zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung lässt sich unter Umständen die Situation verbessern.
Circa 2,5 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig, so die aktuellen Zahlen der Pflegestatistik des Statistischen Bundesamts. Tendenz steigend. Mit ihr klettern auch die Kosten für die Pflege in die Höhe. Doch die gesetzliche Pflegeversicherung – ausgelegt als Grundversorgung – trägt nur einen Teil der anfallenden Kosten, wenn Angehörige zu Hause oder im Altersheim gepflegt werden. Schon heute zahlen die Betroffenen gut ein Drittel der Kosten selbst. „Reichen die eigenen Ersparnisse für die Pflegekosten nicht aus, übernimmt zunächst das Sozialamt. Jedoch kann die Behörde nachträglich eine Rückerstattung vom engsten Familienkreis einfordern“, merken die Experten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) an. Wer finanziellen Belastungen für sich und seine Familie vorbeugen möchte, kann deshalb mit einer Pflegezusatzversicherung vorsorgen.
Seit Beginn dieses Jahres fördert der Staat – unabhängig vom Einkommen – den Abschluss privater Pflegeversicherungen mit einer Zulage von jährlich 60 Euro. „Was viele jedoch nicht wissen: Voraussetzung hierfür ist, dass die Police im Ernstfall ein Pflegetagegeld zahlt“, so die Vermögensberater der DVAG. Als Mindestbeitrag müssen Versicherte 120 Euro jährlich selbst zahlen. Im Gegensatz zu anderen Policen dürfen Versicherungsunternehmen dabei keinen Antragsteller aufgrund möglicher zukünftiger Risiken ablehnen.
Welche die persönlich geeignetste Zusatzpolice ist, lässt sich am besten in einem Beratungsgespräch feststellen. So zahlt der Versicherte beispielsweise bei der Pflegerente seine Beiträge bis zu einem vorher vereinbarten Termin und empfängt bei Pflegebedürftigkeit eine Rente. Wird der Versicherte pflegebedürftig, entfällt ab diesem Zeitpunkt die Beitragspflicht. Dadurch sind jedoch in der Regel die Verträge teurer als die anderen Alternativen. Das Pflegetagegeld bietet wiederum besondere Flexibilität: Die Versicherten verfügen frei über die ausgezahlte Summe. Dies ist gerade für Patienten von Vorteil, die von ihren Angehörigen zu Hause gepflegt werden. Ausgehend von der jeweiligen Pflegestufe erhält der Versicherte pro Tag eine vorher vereinbarte Summe. Diese wird unabhängig von den tatsächlich anfallenden Ausgaben gezahlt. Wer eine professionelle, persönliche Beratung in Anspruch nimmt, sollte darauf achten, dass beim Erarbeiten einer Lösung auch die individuelle Lebenssituation des Versicherten berücksichtigt wird. Gute Berater erklären auch die Möglichkeit der staatlichen Förderung und an welche Bedingungen diese genau geknüpft ist – sowohl für Versicherer als auch Versicherte.
Die wichtigsten Fördervoraussetzungen im Überblick:
• Die Förderung wird nur bei Abschluss einer Pflege-Tagegeldversicherung gewährt.
• Der Versicherte muss mindestens 18 Jahre alt sein.
• Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses darf der Versicherte noch keine Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch genommen haben.
• Versicherungsunternehmen dürfen keinen Antragsteller aus gesundheitlichen Gründen ablehnen. Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse und Gesundheitsprüfungen sind ebenfalls unzulässig.
• Der Versicherungsnehmer muss einen Eigenbeitrag von mindestens 10 Euro pro Monat zahlen, um den Zuschuss zu erhalten. (Quelle: Bundesministerium für Gesundheit)