vignette_mielenzEine Großelternzeit wird es (vorläufig?) nicht geben. Die FDP hat sich auf die Seite der Arbeitgeberverbände gestellt (die von Anfang an gegen das Vorhaben protestierten) und den Gesetzentwurf der Familienministerin Kristina Schröder zur Großelternzeit blockiert. Der Entwurf kann damit nicht mehr vor der Bundestagswahl verabschiedet werden.
Ist das Scheitern des Gesetzentwurfs zur Großelternzeit jetzt ein großer Verlust für Großeltern? Immerhin hatte das Familienministerium mit 300.000 anspruchsberechtigten Großeltern gerechnet, wovon allerdings wohl nur 10% in der Lage gewesen wären, zur Betreuung ihrer Enkelkinder eine Auszeit vom Beruf zu nehmen. Und ob die 30.000 das dann auch getan hätten, darf wohl bezweifelt werden. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Großelternzeit waren auch sowieso relativ “mager”: Zwar sollte es einen Rechtsanspruch für Großeltern geben, sich vom Beruf freistellen zu lassen und in dieser Zeit vor einer Kündigung geschützt zu sein, aber ein “Großelterngeld” (analog dem Elterngeld) hätte es nicht geben.
Fragt sich, wozu dieses Gesetz zur Großelternzeit gut gewesen wäre, wer es denn “gebraucht” hätte?
Immerhin ist der Begriff “Großelternzeit” nun eingeführt und politisch/öffentlich diskutiert worden. Vielleicht findet sich ja (irgendwann einmal) ein Weg, über die bisherigen Ausnahmefälle hinaus, was Nützliches daraus zu machen?