Vielleicht existiert das Problem ja nun rein theoretisch. Denn in diesen Tagen finden zwei große Kongresse statt, die Menschen in Konflikte stürzen könnte, die im sozialen Bereich tätig sind. Einmal der Deutsche Seniorentag mit einem hoch interessanten Programm und Polit-Prominenz von Kanzlerin Angelas Merkel über Joachim Gauck bis zu fachlich renommierten Rednern. Zum anderen wirbt der 79. Deutsche Fürsorgetag in Hannover um Teilnehmer. Vom 8. bis 10. Mai diskutieren rund 1500 Experten dort über das Thema “Ohne Bildung keine Teilhabe – von der frühen Kindheit bis ins Alter”. Der Kongress ist laut Eigenwerbung Der Deutsche Fürsorgetag steht als richtungsweisende Impulsveranstaltung des Sozialen in der Tradition, die vielen Akteure der Sozialpolitik, des Sozialrechts und der Sozialen Arbeit auf bundes-, landes- und kommunaler Ebene zusammenzubringen, um gemeinsam Lösungen für soziale und gesellschaftliche Herausforderungen zu finden. Das ist besonders in den politisch tradiert getrennten Bereichen der Bildungs- und Sozialpolitik wichtig und sinnvoll.
Natürlich könnte die Teilnehmer von Hamburg, wo der 10. Deutsche Seniorentag ab 3. Mai mit einem fröhlichen “Ja zum Alter” über die Bühne geht, nach Hannover weiterreisen. Doch das Hamburger Großereignis endet am 5. Mai. Also müssten Teilnehmer aus Süddeutschland zwei Mal anreisen. Das geht ins Geld. Dabei ist es unerheblich, ob die Kosten selber getragen werden müssen oder ein Arbeitgeber sie übernimmt.
Besser wäre es, wenn zwischen den beiden Kongressen ein paar Wochen Zeit liegen würde. Dann bliebe den interessierten Fachleuten, die nicht ständig von einer Veranstaltung zur nächsten flattern, der Konflikt erspart.
Eine zentrale Stelle, die solche Events koordinieren, beispielsweise im Bundesfamilienministerium, wäre sicher hilfreich. Zumindest bei richtungsweisenden großen Kongressen.
Der Deutsche Seniorentag weckt bei mir übrigens ein paar schöne Erinnerungen. Als er im Jahr 2000 in Nürnberg sattfand, wurde unser Magazin 66 gegründet. Schön, wenn solche Tagungen tatsächlich zu konkretem Handeln führen.