Vor Kurzem geisterte eine Meldung der Bundesjugendministerin Kristina Schröder durch die Medien, dass sich unter 16-Jährige nach 20 Uhr nur noch in Begleitung der Erziehungsberechtigten auf öffentlichen Plätzen aufhalten dürfen, wo Alkohol ausgeschenkt wird. So wolle sie den zunehmenden Alkoholkonsum eindämmen und Alkoholvergiftungen von Jugendlichen vermeiden. Da ja nicht immer alle Eltern soviel Zeit (und Lust) haben werden, mit ihren halbwüchsigen Kindern am Abend unterwegs zu sein, sind wohl auch wieder die Großeltern gefragt (wie beim Führerschein mit 17 Jahren), diese Aufgabe des “Enkelhütens” zu übernehmen – sonst herrscht Ausgehverbot für die Enkel.
Kaum vorstellbar, wie eine solche Regelung “greifen” und auch noch kontrolliert werden soll. Mir scheint das Vorhaben der Bundesjugendministerin, wenn es denn wirklich ernstgemeint und kein Sommerlochthema ist, ziemlich weit von der Lebensrealität von Jugendlchen entfernt zu sein. Und so alt ist Kristina Schröder nun auch wieder nicht, um sich nicht ausmalen zu können, was ihre Vorschläge bedeuten. Allein schon ein Besuch im Multiplexkino wäre zur Abendvorstellung nicht ohne Erwachsene möglich. Und Alkohol kann man ja auch vor 20 Uhr (oder zu Hause) konsumieren, wenn kein Erwachsener dabei sein muß. Jede Kirchweih und jedes Schützenfest z.B. bieten schon am frühen Vormittag Bier und Schnaps an und einen “Trick” daran zu kommen, gibt es doch immer.
Außerdem sind nicht alle Jugendlichen dem Alkoholkonsum verfallen. Wenn nun alle Jugendlichen nach 20 Uhr mit Eltern oder Großeltern unterwegs sein bzw. öffentliche Plätze mit Alkoholausschank meiden müßten, dann sind Konflikte vorprogrammiert und Störungen des Familienlebens unausweichlich?