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Miststück der Woche: Beruhigungspillen für Pflegende

Zuerst dachte ich mir, das ist doch ganz schön dreist. In einer Programmzeitschrift fand ich nämlich eine große Anzeige, in der pflegende Angehörige angesprochen wurden. „Das Schlimmste sind die Schuldgefühle“ war die Anzeige überschrieben und es folgte ein Text, der sich wie ein Zeitunsgartikel liest. Es geht um eine 78jährige Mutter, die von ihrer Tochter gepflegt wird. Das sei so anstregend, dass nun die Belastungsgrenze bei der Tochter erreicht sei, heißt es weiter. Was folgt daraus? Vielleicht Hinweise, wie man sich Hilfe holen kann? Tagesbetreuung für den alten Menschen oder anderes.
Nein, denn die Anzeige ist kein Ratgeber zur Entlastugn pflegender Angehöriger. Es geht lediglich darum, ein fast 10 Euro teures Medikament anzupreisen. Es basiert auf Extrakten der Passiosnblume und sei verträglich, mit anderen Medikamenten kombinierbar und wirke entspannend. So einfach ist das also. Beruhigungspille schlucken und schon ist das Problem gelöst. Die Pflege erledigt sich fast wie von selbst.
Ich bin empört, weil ich es unlauter finde, wie hier die Menschen erst mit scheinarem Verständnis geködert werden und dann knapp 10 Euro für 30 Pillen ausgeben sollen. Wie viel sie benötigen, um Schlafstörungen, Erschöpfung und andere selischen Probleme zu bekämpfen, hänge vom Beschwerdegrad ab, steht im Werbetext. Also ist es Geldschneiderei und sollte künftig entweder seriös beworben werden oder gar nicht. Auf jeden Fall nicht so.

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