Foto: SPD Schlewig-Holstein

2005 war Schicht im Schacht für Gerhard Schröder als Kanzler: Nach seiner Abwahl – auch wegen der Agenda 2010 – verschonte er die Republik mit politischen Ratschlägen und konzentrierte sich aufs Geld verdienen. Er wurde Aufsichtsratschef einer deutsch-russischen Betreibergesellschaft der geplanten Ostseepipeline. Mit im Boot dabei, der halbstaatliche russische Konzern Gazprom seines lupenreinen Demokriefreundes, Wladimir Putin, als Mehrheitsgesellschafter.

Am Gründonnerstag nahm er seit seinem Abschied aus der Weltpolitik Stellung zu Fragen des Handelsblatts.Unter anderem wurde er dabei zu Maßnahmen der Bundesregierung betreffend die Eurorettung und die Griechenland-Politik der Bundesregierung gefragt. Als es an innenpolitische Fragestellungen ging gab im der Journalist des Handelsblattes das nicht näher beschriebene Stichwort zu einer “Agenda 2030”. Gerhard Schröder griff dieses begeistert auf und begründete seine Zustimmung mit der Überalterung der Gesellschaft. Hier bedürfe es einer höheren Erwerbsquote, damit Deutschland seine ökonomische Stellung in Europa und der Welt sicher zu könne. Sorgenfalten trieben dabei dem Bundeskanzler a. D. der Versuch der Senkung des Renteneintrittsalters im Nachhinein auf die Stirne.  Die Rente mit 67 Jahren hingegen sei ein Schritt in die richtige Richtung.

Weitere, notwendige Schritte, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen seien eine gezielte Einwanderungspolitik, die bessere Integration von in Deutschland lebenden Ausländer/innen und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ebenso plädierte Schröder für eine moderate Erhöhung der  Frauenquote in den Führungsetagen der Wirtschaft – auch durch eine gesetzliche Regelung, da dies sonst nicht gemacht werde. Großzügig schränkte er diesen Vorschlag auf die Aufsichtsgremien ein – die Vorstände bräuchten keinen gesetzlichen Zwang. Und last but not least gehörte zu seine “Agenda 2030” auch noch die Forderungen nach einer wesentlich verbesserten Bildungspolitik.

Hat er Recht, der Altbundeskanzler, dass wir eine Agenda 2030 brauchen, um die Alterung der Gesellschaft besser zu bewältigen? Oder sind die von Schröder vorgeschlagenen Maßnahmen in Hinblick auf die Älteren nur Rentenkürzungen und nehmen den Jüngeren die Arbeitsplätze weg?

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