Tut bestimmt weh und sieht auch nicht schön aus – meine Enkeltochter (14 Jahre alt) kaut an ihren Fingernägeln so lange bis bis sie sich verletzt hat. Auch wenn sie bei uns zu Besuch ist, beobachten wir, wie sie manchmal verschämt, oft aber mit den Gedanken ganz wo anders, ihre Fingernägel abbeißt. Ansonsten versteckt sie eher ihre Hände.
Natürlich haben wir mit ihr darüber gesprochen, aber keine Antwort zu den Gründen erhalten, die weiß sie wohl selbst nicht – das sei nur eine “blöde” Angewohnheit, sagt sie. Besorgt sind wir aber doch. Früher hat man Angstzustände für das Kauen der Fingernägel verantwortlich gemacht. Heute nach neueren Erkenntnissen geht man von einer psychischen Störung aus, die ihren Ursprung in der Kindheit haben kann und u.a. durch Elternstreit, Alkoholismus eines Elterteils, Bestrafungen des Kindes oder duch Schockmomente ausgeöst werden kann. Fingernägelkauen wirke als “Beruhigung” in solchen Stresssituationen, erklären die Fachleute.
Richtig hilfreich sind diese Deutungen für uns nicht, schließlich möchten wir unsere Enkeltochter ja nicht noch zusätzlich verunsichern, indem wir ihr vorschlagen, einen Facharzt aufzusuchen oder indem wir unsere Kinder nach dem Familienleben ausfragen. Vielleicht helfen beim Abgewöhnen des Fingernägelkauens ja auch Nagellack oder künstliche Fingernägel, die nicht “schmecken” und zudem noch hübsch aussehen?