Nach der Scheidung unserer Kinder wächst unsere Enkeltochter, jetzt acht Jahre alt, bei uns Großeltern auf. Unser Sohn hat eine sehr unregelmäßige Arbeit, die mit vielen auswärtigen Terminen verbunden ist, unsere Ex-Schwiegertochter ist “verschollen”. Unser Sohn kümmert sich um seine Tochter so gut es eben geht, unsere Ex-Schwiegertochter läßt sich kaum, eigentlich überhaupt nicht blicken. Bitten und auch böse Worte haben bislang nicht geholfen, ihr “ins Gewissen zu reden”, mehr Kontakt zu ihrer Tochter zu suchen. Vielleicht sind auch wir “ein Hindernis”?
Als unsere Enkeltochter kleiner war, hat sie diese Situation nicht so sehr wahrgenommen. Je älter sie aber wird, desto bewußter wird ihr die Ablehnung durch ihre Mutter und die Erfahrung, dass sie eigentlich nur Großeltern, aber keine “richtigen” Eltern hat. Dabei fehlt ihr “die Mama” ganz besonders. Obwohl wir versuchen, ihr mit Zuwendung und Zuneigung ein “familiäres Zuhause” zu bieten, können wir auch ihren Kummer verstehen. Die Oma kann halt nicht die Mama ersetzen.
Gerade jetzt, in der vorweihnachtlichen Zeit, ist die Sehnsucht unserer Enkeltochter nach der Mama besonders ausgeprägt.
Das ist auch für uns schwierig, denn wir möchten mit unseren Erklärungen auf ihre Fragen ihre Träume nicht zerstören?