Die 87-jährige Schweizerin Lys Assia sollte für ihren Mut mit einer hohen Auszeichnung belohnt werden. Schließlich wagte sie sich nach mehr als 50 Jahren erneut auf die Bühne, um bei einem Grand Prix anzutreten. Allerdings ist dieser längst nicht mehr das, was er zu Beginn des europäischen Songcontests war, als Assia ihn gewonnen hatte. Inzwischen dominieren mal “Schock-Rocker” oder Showeinlagen, die mehr auf die Bühne eines Varietes passen würden. Und der Austragungsort Asserbaidschan ist auch nicht richtig europäisch.
Dennoch absolvierte die Seniorin einen respektablen Auftritt beim Vorentscheid. Leider wurde ihr Engagment gegen Altersdiskriminierung nicht belohnt. Ein etwa halb so alter Juror putzte sie vor laufender Kamera herunter und die Leserschaft der Schweizer Zeitung “Blic”k voteten in einer Blitzumfrage mehrheitlich, dass der Moderator eigentlich recht hatte, seine Kritik aber diplomatischer hätte verpacken sollen.
Die Zeit ist einfach noch nicht reif für eine solche Darbietung. Schade, denn zunehmend erhalten die Alten die ihnen zustehende Ehrung. Gerade erst hat die SPD ihren Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt zum Kult erhoben, Joachim Fichsberger ist der Alte der Herzen und die Generation, die den Grand Prix der Volksmusik liebt, ist längst in der Gruppe der Hochaltrigen zu suchen.
Wäre Lys Assia für die Schweiz beim Grand Prix angetreten, hätte das ein Zeichen gesetzt. Mir hätte es gefallen und Ihnen?
Hier ihr Beitrag:

Hier das Sieger-Duo. das nun beim Grand Prix antreten soll. Sinplus Unbreakabel