Gerade habe ich eine Diskussion hinter mir, in der es um das richtige Altern geht. Sollte man sich gründlich darauf vorbereiten und Bücher lesen, sich einem Check stellen und dann ein neues Hobby beginnen, sobald man im Ruhestand ist? Oder riecht das nicht zu sehr nach calvinistischer Arbeitsmoral, wie es der Autor Sven Kuntze vermutet?
Ich denke, es hängt vom Typ ab. Wie im sonstigen Leben auch, ist der eine eher überlegt und geht strategisch und besonnen vor. Mancher verhält sich auch so, wie eine Frau mit Ende 30 in einer Frauenzeitschrift schildert, die ich leider nicht wiederfinde. Wahrscheinlich habe ich sie beim Friseur gelesen. Sie geht mir jedenfalls nicht merh aus dem Kopf. Denn die Tochter beschwert sich, dass die Mutter, nachdem sie Witwe geworden ist, alle bisherigen Lebensgewohnheiten über den Haufen geworfen hat. Sie geht nicht mehr in den Chor, meidet ihr früheres Kränzchen und kleidet sich, was die Tochter besonders empört, plötzlich modisch, ja sexy. Und das mit 70!
Mir hat die Mutter imponiert, denn es zeig, dass man auch als Seniorin nch durchaus Neues wagen kann. Die Mutter begründet ihr Verhalten gegenüber der Tochter übrigesn damit, dass ihr Mann immer sehr streng war und sie sich nach ihm gerichtet hat. Jetzt richtet sie sich nur noch nach sich selbst. Das zeigt erstens, dass nicht alles planbar ist und zweitens, dass der Mensch im Alter doch noch in der Lage ist, sich zu ändern.
Kennen Sie ach so Beispiele oder wissen, wo der Artikel gestanden war?