Neulich erzählte mir eine gute Bekannte, dass sie seit etlichen Jahrzehnten die Kirchengemeinde ihres Vertrauens untertstüzt. Es handelt sich um eine Kirche mit langer Tradition, einem eindrucksvollen, kunsthistorisch wertvollen Gotteshaus und einer immer älter werdenden Schar von Gläubigen. Diese werden einmal im Jahr zu einem Ausflug eingeladen, den der Pfarrer organisiert.
Diese Kaffeefahrten sind vor allem beiden Senioren recht beliebt. Doch diesmal traf der Ausflug keineswegs den Geschmack der Teilnehmer. Der Pfarrer hatte nämlich statt eines unterhaltsamen Ziels mit ein paar Anregungen zur geistigen Erbauung, was wahlweise der Besuch anderen schöner Kirchen oder einer anspruchsvollen Kunstausstellung hätte sein können , einen Friedwald angesteurt.
Der Aufenthalt zog sich recht in die Länge, so dass die Teilnehmer Zeit hatten, sich umzusehen. Das allein wäre nur eine Frage der Pietät gewesen, doch dass die Senioren mehrfach aufgefordert wurden, sich doch ernsthaft mti dem Gedanken auseinander zusetzen, einen der Plätze unter den alten Bäumen auszusuchen und einer Bestattung im Friedwald statt auf dem Friedhof in Betracht zu ziehen, stieß einigen recht sauer auf.
Was mich betrübt, ist die mangelnde Sensibilität des Pfarrers und ich habe den Eindruck, dass die junge Theologen-Generation wegen des Drangs unbedingt modern zu sein, häufig über das Ziel hinausschießt. In dem geschilderten Fall hoffe ich, dass jemand von den älteren Gemeindemitgliedern den Mut hat, und dem Pfarrer seine Wünsch für den nächsten Ausflug mitteilt. Sonst könnte der gute Mann eines Tages ganz allein dastehen.
haben Sie auch erfahrungen mit mdoernenpfarrern?