Nach einem ziemlich schweren Schlaganfall hat sich mein Mann nicht mehr erholt. Er kann weder gehen noch sprechen und braucht sehr viel Fürsorge und Pflege – allerdings auch Aufmunterungen und Besuch, der ihn aus seinen manchmal schwermütigen Phasen herauslockt. Das ist unserem 4-jährigen Enkelsohn bislang gut gelungen, wenn er bei uns zu Hause war.
Es war schon nicht einfach, ihm zu erklären, dass der Opa sehr krank ist und vielleicht nicht mehr ganz gesund wird, dass er ihn zwar verstehen, aber nicht mit ihm reden kann. Irgendwie hat die Situation unseren Enkelsohn sehr bedrückt, er kennt seinen Opa als Spielkameraden, immer lustig und zu Scherzen bereit, als Geschichtenerzähler und Vorleser. Man merkt es richtig, der kranke Opa ist unserem Enkelsohn zunehmend fremd – fast ein wenig unheimlich. Aber wie kann ich denn unserem Enkelsohn verständlich machen, dass der sich der Opa riesig freut, wenn er ihn besucht? Und wie erkläre ich ihm eine so schwere Krankheit? Unbefangene Kinderfröhlichkeit will sich einfach nicht einstellen. Soll ich jetzt unseren Enkelsohn von seinem Opa fernhalten, dass er ihn nicht mehr so oft besucht?