Mein Enkelsohn ist 14 Jahre alt und ein wirklich liebenswerter Junge. Leider ist er sprachbehindert, manchmal merkt man nichts davon, dann gibt es aber immer wieder Situationen, in denen er sehr redegehemmt ist und stottert. Angefangen hat das als er ungefähr 3 Jahre alt war. Da hat er oft nach Worten gesucht und um Pausen in seinen Reden zu vermeiden, hat er einfach das Wort zuvor solange wiederholt bis er das nächste Wort gefunden hat. Was erst niedlich und auch komisch wirkte und mich zugegebenermaßen manchmal zum Schmunzeln brachte, hat sich im Lauf seiner Jahre bedauerlicherweise zu einer ziemlich starken Beeinträchtigung seiner Sprache und auch seines Selbstbewußteins entwickelt. Mit regelmäßiger Therapie hat sich einiges verbessert, verschwunden sind seine Verunsicherungen und Hemmungen jedoch nicht.
Jetzt waren wir zusammen im Kino und haben uns “The King´s Speech” angesehen. Erst war ich unsicher, ob meinem Enkelsohn dieser Film gut tut. Aber ich habe fast den Eindruck, dass ihm dieser Film mit der Person des stotternden Königs sehr geholfen hat, sein Ego zu stärken. Bestimmt wird er sich noch mehrfach diesen Film anschauen. Wirkt fast besser als die Sprachtherapie – oder?