Die Symbolfigur der 68er scheint ja in seinem 71. Lebensjahr doch noch einiges entdeckt zu haben, was er noch nicht gemacht hat. Das perfekte Dinner beispielsweise. Am Sonntag wurde die Sendung auf Vox ausgestrahlt und für einige Zeit wusste man gar nicht, ob man diese Realsatire überhaupt aushalten wollte. Ich war zwar nie ein Freund von dem Kommunarden der ersten Stunde. Aber es gibt doch eine Art Respekt für jemanden, der neue Wege beschritten hat.
Was Langhans in der WG in Berlin vorgelebt hat, ist im Kern der Anfang dessen, was nun als Senioren WG eine neue Blüte erlebt. Ob man dort allerdings so einen merkwürdigen Geschmack hat wie Langhans ihn im Promi-Dinner nun in seiner Münchner Wohnung demonstrierte, möchte ich bezweifeln. Nett natürlich, dass er sein Dinner auf Papptellern servierte. Auf diese Weise umging er lässig die lästige Abwasch-Diskussion. Ob das wirklich Distanz zum eigenen Tun ausdrückte oder nur ein billiger Gag war, kann ich nicht beurteilen. Aber ich frage mich, warum macht das jemand?
Ist es nicht besser, einfach von der Bildfläche zu verschwinden als sich vor einem meist jüngeren Fernsehpublikum zum Deppen zu machen?