Auf der Suche nach einer geeigneten Wohnform im Alter sind die Menschen immer kreativer. Jetzt hat das Verwaltungsgericht in Kassel entschieden, eine Wohngemeinschaft zu schließen.
Zugegeben, das Modell klingt etwas nach Mogelpackung. Da baut ein Hausbesitzer seine Immobilie um, macht zehn Einzelappartements daraus und vermietet die an Senioren. Es gibt einen Gemeinschaftsraum und die Möglichkeit, sich im Bedarfsfall von einem Pflegedienst versorgen zu lassen. Welche ambulanten Dienst die Bewohner jeweils wählen, ist ihnen freigestellt, doch alle wählten denselben Dienst.
Deswegen wurde vom Land Hessen die Schließung des Hauses beantragt. Dagegen klagte der Hauseigentümer. Er verlor den Prozess. Jetzt sitzen die Senioren auf der Straße. Wahrscheinlich hätten sie alle eine Eigentumswohnung erwerben müssen, damit dieses Modell des Zusammenlebens klappt.
Ich weiß, dass es Regel geben muss, die gerade ältere Menschen dann vor Ausbeutung schützen, wenn sie nicht mehr so fit sind. Natürlich müssen auch Standards gesetzt werden. Aber wenn der Hauseigentümer nicht mehr als die Miete verlangt hat und der Pflegedienst nichts mit ihm zu tun hatte, ist es eigentlich eine Form von Zusammenleben, die doch Eigenständigkeit garantiert und Kosten spart. Oder habe ich da etwas übersehen?
Das Urteil ist übrigens noch nicht rechtskräftig.