Günther Jauch stellt am Freitag die Generationen-Frage. Alt gegen Jung tritt bei ihm an. Das ist typisch für den Privatsender RTL. Denn Alt mit Jung, zwei gemischte Teams im Wettstreit, das wäre zu normal. Kein Quotenrenner. Wobei es wirklich erstaunlich ist, dass RTL und SAT nun die ältere Zielgruppe immer mehr ins Visier nimmt.
Andere Anbieter sind schon da, wo die Privaten wohl hinmöchten. Arte, beispielsweise. Der französisch-deutsche Kulturkanal trifft mit seinem Qualitätsangebot genau den Nerv eines gebildeten Publikums. Das Durchschnittsalter aller Arte-Gucker liegt bei 55 Jahren. Damit ist arte kein Alten-Sender. Er erreicht Menschen, die sich noch darüber freuen, wenn die Filme nicht mit Werbepausen unterbrochen werden, Nischen im Kulturbetrieb ebenso ins Scheinwerferlicht gelangen wie Konzerte anerkannter Künstler.
Ich habe schon vor einigen Wochen ein Loblied auf den kleinen Sender gesungen, als es um das Sommerprogramm ging. Dies sollte aber wohl ein Beitrag sein, um das Publikum zu verjüngen. Witzig. Aber bei einem Marktanteil von etwa einem Prozent, gelten andere Regeln als bei einem Massenmedium.
Jetzt feiert arte sein zwanzigjähriges Bestehen. Na ja, es ist erst zwanzig Jahre her, dass die vertragliche Grundlage für seine Existenz geschaffen wurde, auf Sendung ging es einige Zeit später nämlich 1991. Doch in Anzeigen wirbt arte selber mit dem runden Geburtstag. Warum ihn also nicht ausgiebig feiern?
Für mich ist arte die Antwort auf die “Schattenquote” wie Claas Nielsen die Nicht-Fernseher nennt, eine Gemeinde die eine ebenso große Bedeutung für die Sender erlangen könnte wie die Nichtwähler für die Politik.
Ich frage mich ohnehin seit längerem, ob das Fernsehn eine Zukunft hat und wie die wohl aussieht.? Ich beispielsweise verzichte zunehmend zugunsten des Internets auf die Flimmerkiste. Bei älteren Menschen habe ich allerdings so eine Verhaltensveränderung noch nicht festgestellt. Vielleicht bleiben die Alten als letzte treue Zuschauergruppe übrig. Dann sollten alle Sender schleunigst von Arte lernen. Auch Jauch. Bin gespannt, ob sein Konzept genügend Zuschauer findet und bindet.