Wird seit 60 Jahren nahezu unverändert verkauft: Der Teppichkehrer Leifheit. Regulus ist inzwischen ein Design-Klassiker. Foto: leifheit-group.com

Der Krümel am Fußboden ist der Feind jeder Hausfrau – und des Hausmannes. Zumindest heutzutage. Vor gut 60 Jahren hatte die Firma Leifheit noch mehr die Dame des Hauses im Blick, wenn es um die Hausarbeit ging; ihr Gatte war mehr fürs Produzieren der Krümel zuständig und weniger fürs Entfernen. Um der Hausfrau das Leben möglichst angenehm zu machen, arbeiteten sich Generationen von Ingenieuren an den unschönen Hinterlassenschaften auf dem Teppich ab und erdachten die verschiedensten Staubsauger mit mehr oder weniger raffinierten Bürsten. 

Ein großer Wurf ist dabei Professor Dipl.-Ingenieur Hans Erich Slany gelungen. Der bekannte Designer präsentierte im Jahr 1959 dem Firmenchef Günter Leifheit seinen Teppichkehrer »Regulus«, der ganz ohne Strom auskam. Den Teppichkehrer konnte man mühelos über den Fußboden schieben und ziehen. Rotierende Bürsten nahmen Krümel, Hunde- und Katzenhaare auf und transportierten sie ins Innere des rein mechanisch funktionierenden Geräts. 

Günter Leifheit und seine Frau Ingeborg zweifelten an dem Entwurf. Wozu ein Teppichkehrer? Immerhin gab es schon Staubsauger, und auch andere mechanische Teppichkehrer waren nicht neu. Aber Slany bekam seine Chance. Bei einer Präsentation in einem Kaufhaus wurde der »Regulus« dem Publikum vorgeführt, und an nur einem Tag wurden über 100 Stück verkauft. Die Produktion konnte anlaufen. Bis 1970 verkaufte Leifheit über zwei Millionen Stück, und bis heute ist der Regulus in nahezu unveränderter Form im Sortiment.

Georg Klietz