Fingerfood

Keine Partyhäppchen, sondern Fingerfood für Senioren, Demenzkranke und Schlaganfallpatienten. Foto: Unilever

Wenn man im Alter nicht mehr mit Messer und Gabel essen kann, wird in der Regel angereicht. Vor allem bei Demenzkranken und Schlaganfallpatienten ist Essen mit Besteck eine Herausforderung. Jedoch kann die Würde und die Selbstständigkeit des Patienten darunter leiden. Eine Lösung wäre das sogenannte „Fingerfood“: Speisen werden so zubereitet, dass sie mundgerecht und gut greifbar sind. Und ohne Besteck auskommen.
Um Demenzkranken und Schlaganfallpatienten entgegenzukommen, gibt es drei Varianten von Fingerfood. Damit wird auf die speziellen Bedürfnisse der Patienten eingegangen.
1. Fingerfood als Tellergericht
Die Empfehlung lautet, täglich und zu allen Mahlzeiten warmes Fingerfood verfügbar zu halten. Der Aufwand hält sich nach der Umstellung in Grenzen, da das Angebot aus dem täglichen Speiseplan abgeleitet werden kann. Das Essen soll abwechslungsreich, vollwertig und vitaminreich sein. Besonders Klassiker, also bekannte und traditionelle Gerichte, eignen sich gut, da sie ein ständiger Garant für gut essende Patienten sind. Die Portionen sollten so groß bemessen sein, dass sie in 1-2 Bissen zu essen sind, gut zu greifen, zu kauen und zu schlucken. Die einzelnen Stücke müssen auf dem Teller übersichtlich angeordnet, erkennbar und zu greifen sein. Eine Sauce zum Dippen oder zum Trinken rundet das Gericht ab.
2. Eat by walking
Das Angebot Essen unterwegs ist vorrangig für Menschen Beispiel mit Demenz entwickelt worden, da diese oft am Tisch nicht ausreichend essen, unruhig und mobil sind. So kommt eine Mangelernährung häufig vor. Eat by walking wird an Imbiss-Stationen in hoch frequentierten Bereichen serviert und sollte eher Zwischenmahlzeiten als vollständige Menüs beinhalten. Die Speisen sollten leicht zu transportierten sein. Aus Hygienegründen sollte das Angebot klein sein und öfter gewechselt werden.
3. Fingerfood konsistenzadaptiert
Wenn Patienten neben den Problemen im Umgang mit Besteck auch noch Kau- und Schluckbeschwerden haben, kommt die Konsistenzadaption ins Spiel. So wird aus pürierter Kost ganz einfach Fingerfood. Geeignet sind wieder in Form gebrachte pürierte Speisen. Je nach Einschränkung können diese auch in Gläschen, Schälchen oder in Portionslöffeln serviert werden.