Isländische Mädchen in traditionellen Islandpullovern.

Liebe Leserin, lieber Leser, 

immer wieder erinnern wir uns an alltägliche Dinge, die in vergangenen Jahrzehnten einmal richtig »schick« waren. Wer sie besaß, war auf der Höhe der Zeit. Heute sind sie überholt, aus der Mode oder sogar überflüssig. In diesen Tagen wird es wieder kälter – wie gut war da doch der Islandpullover.

Er war warm und strahlte eine Naturnähe aus wie kaum ein anderes Kleidungsstück zu dieser Zeit. Der Islandpullover avancierte daher Ende der 1970er Jahre zu einem beliebten Kleidungsstück. Der markante Pulli mit dem runden Ausschnitt erhielt sogar einen eigenen Wikipedia Eintrag. Demnach fand er »weite Verbreitung in Deutschland in der Folge der Ökologie- und Alternativbewegung in den 1970er-Jahren. Grobe selbst gestrickte Pullover aus Naturmaterialien wurden besonders hoch geschätzt und waren Bestandteil des Dress-Codes«. Wer an Demonstrationen dieser Zeit teilnahm, ob gegen die Stationierung der Pershing Raketen oder als Teil der Anti-Atomkraftbewegung gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf, musste sich im wahrsten Wortsinn warm anziehen. Der Islandpullover vermittelte Geborgenheit und wurde zum politischen Statement. Allerdings musste man ihn sich leisten können. Damals kostete er zwischen 70 und 80 DM. Wer heute noch auf das Teil aus Schafswolle setzt, muss mehr als 200 Euro investieren. Dafür kann man ihn ewig tragen. Er ist längst ein Klassiker.

Petra Nossek-Bock

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