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Po-Duschen hatte ich zuerst in Ostasien und in muslimisch geprägten Ländern kennen gelernt. Schlicht, doch effektiv sind einfache Handbrausen direkt neben dem Toilettensitz, mit denen man sich den Hintern nach Geschäftsverrichtung über der Schüssel oder dem Abtritt reinigt. Technisch anspruchsvoller sind in Japan und Süd-Korea üblichen Toilettensitze mit fest verbauter „Brause von unten“; einige bieten sogar eine Föhnfunktion, für den finalen „Touch“. Die diesbezüglichen Bedienungsarmaturen verlangen jedoch Übung, bevor man wohltuend gereinigt das Örtchen verlassen kann. In der Experimentierphase traf mich mancher Wasserstrahl mal zu heiß, zu heftig oder an unerwarteter Stelle. Auch hier machen Übung und YouTube den Meister.

Was ich in jungen Jahren noch für erheiternde Exotik oder schieren Luxus hielt, weiß ich heute im Alter sehr zu schätzen: Po-Duschen; anstatt oder nach dem Rubbeln mit trockenem oder feuchtem Papier. Das bewährt sich spätestens, wenn die Haut im Zielgebiet empfindlich wird. Selbst wenn man nicht an Hämorrhoiden, chronischem Reizdarm oder Ekzemen leidet, bietet eine Po-Dusche weniger Hautreizung bei mehr Hygiene. Eigentlich verwunderlich, dass man in unserer Kultur Gesicht und Hände selbstverständlich mehrmals täglich mit Wasser wäscht, aber dann nicht jene Körperpartie, die besonders empfindlich ist und spontane Reinlichkeit verdient. In Südeuropas gehobeneren Bädern stehen für die Unterleibsreinigung Bidets; deren Gebrauch istjedoch zeitaufwendiger. Und in Nordeuropa und Nordamerika weitgehend ungewöhnlich; trotz des hier  reklamierten „Vorsprungs durch Technik“ auf mancherlei Gebieten.  Wieso investieren unsere wohlbetuchteren Haushalte in aufwendige Kücheninseln, Badelandschaften, begehbare Regenwaldduschen von oben, aber selten in simple Po-Duschen am Örtchen?

Einen Umbau der Sanitäranlagen kann man sich sparen, wenn man erschwingliche 20- 40 Euro in mobile Handgeräte investiert. Diese tragbaren Po-Duschen sehen aus wie elektrische Zahnbürsten im XXL-Format und bestehen im Wesentlichen aus Wasserbehälter mit langer Düse, mit der man von vorne und von hinten den Einsatzort des Wasserstrahls erreicht. Es gibt solche Geräte mit batteriebetriebenem Pumpwasserstrahl oder auch rein manuell zum Quetschen eines flexiblen Wasserbehälters.  Solche Po-Duschen stehen unauffällig neben der Klobürste oder unter dem Waschbecken. Die kleineren Modelle eignen sich zudem für Reisen im Zug, Flieger oder in rustikalen, öffentlichen Häuschen. Die Hersteller bieten für den Transport ihres Produkts diskrete Taschen/Beutel. Meiner Meinung nach eine saubere Sache; gerade für Zeiten, in denen Hygiene groß geschrieben wird.

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