Simone Rethel-Heesters spricht beim inviva-Talk darüber, wie sie den Verlust ihres berühmten Ehemanns Johannes Heesters verkraftet hat. Foto: Dorothee Falke

Was tun, wenn der Freundeskreis immer kleiner wird? Wenn Kontakte abbrechen und Bekannte sterben? Wenn das Sofa mit seiner starken Anziehungskraft lockt sowie ein nahezu unerschöpfliches Angebot an Fernsehfilmen und Online Portalen. Dann ist schnell die Situation da, dass der Tag vergeht und man hat mit niemandem gesprochen. Wie lernt man Gleichgesinnte kennen? Beim Thementag »Miteinander – Wege aus der Einsamkeit« werden auf der auf der sechs+sechzig-Bühne inviva 2020 am Freitag, 28.2., ganz unterschiedliche Ideen und Konzepte vorgestellt, wie man neue Kontakte knüpft.

Es ist ein noch unterschätztes gesellschaftliches Phänomen. Psychologen sprechen aber bereits von einer neuen Volkskrankheit. Vor allem Menschen ab 75 Jahren fühlen sich laut Statistik in Deutschland einsam. In Großbritannien hat die Politik bereits reagiert und ein Ministerium zur Bekämpfung der Einsamkeit gegründet. Vor wenigen Monaten hat die deutsche Körber Stiftung zu einem Kongress geladen, bei dem es um Konzepte von Städten und Gemeinden gegen soziale Isolation im Alter ging.

Allerdings ist das Gefühl, allein zu sein, nicht auf die ältere Generation beschränkt. Felicitas Keefer von Erlangen Inklusiv zeigt auf, wie mit dem Biografie-Projekt »Erlangen erzählt Lebensgeschichte« Menschen aus der Isolation geholt werden.

Neue Freunde beim Hauskonzert kennenlernen

Auf der Seniorenmesse inviva lassen wir viele Menschen zu Wort kommen, die darüber berichten, mit welchen Mitteln, sie gegen die drohende Einsamkeit ankämpfen: Mit viel Eigeninitiative hat etwa Ursula Röckelein in Erlangen einen Weg gefunden, Kontakte zu knüpfen. Regelmäßig wandelt sie ihr Wohnzimmer zum Konzertsaal um. Zu ihren beliebten musikalischen Abenden lädt sie die Nachbarschaft ein und hat dadurch viele Menschen in ihrer Umgebung kennengelernt.

Simone Rethel-Heesters musste den Verlust ihres berühmten Ehemanns Johannes Heesters verkraften. Wie sie diese Herausforderung meisterte, erzählt sie auf der sechs+sechzig Bühne beim Talk mit NN-Kolumnistin Anette Röckl.

Betreutes Wohnen und Mehrgenerationenhäuser als Alternativen

Lebensformen wie im Betreuten Wohnen versprechen nicht nur Sicherheit, sondern sie ermöglichen auch das Altern in einer Gemeinschaft. Warum sich das Konzept inzwischen auf »Wohnen mit Betreuung« umgestellt hat, erläutert Frank Tkatzik von der KIB/Seleco mit Bewohnern eines Hauses mit Serviceangeboten.

Ebenfalls um eine moderne Wohnform geht es bei einem Talk mit Charlotte Melde. Sie ist vor einigen Jahren in ein Mehrgenerationenhaus eingezogen. Die selbstbewusste Frau hat sich auf ihrem Lebensweg selbst verwirklicht. Doch manchmal fühlt sie sich heute einsam.

Auf Singlereisen des Magazins sechs+sechzig lernt man schnell seine Mitreisenden kennen. Das Angebot für 2020 stellt Waltraud Benaburger vor.

Gemeinsames Singen bringt viel Freude und neue Freunde. Der 1. Nürnberger Seniorenchor sorgt mittags für Unterhaltung und zeigt, wie vielseitig das Repertoire ist. Bei manchen Songs möchte man am liebsten gleich einstimmen. Tun Sie es einfach!

Petra Nossek-Bock