Hello All, letzte Woche erhielt ich Post aus dem Rathaus.  Eine Einladung samt Formular , um mich als Schöffe, ehrenamtlichen Laienrichter ab 2019 zu bewerben. Wenn Gerichte „im Namen des Volkes“ Urteile verkünden, sollen normale, juristisch naive und unbescholtene Bürger an Seite von Berufsrichtern mitwirken. O-Ton:… Weil ihre Lebens- und Berufserfahrung, ihr vernünftiges Urteil, ihr Gemeinsinn und ihre Bewertungen in die Entscheidungen der Gerichte eingebracht werden. Hat mich angesprochen, das mit der Lebenserfahrung. Zeit als Ruheständler hätte ich ja.  Aber da wird nichts draus – denn man darf „zu Beginn der  Dienstperiode nicht älter als 69 Jahre“ sein. Das betrifft in Deutschland 17 Millionen  potentiell verhinderte Schöffen. Also ca. 20% der deutschen Wohnbevölkerung.  Ab meinem Jahrgang 1949 erlischt hierzulande die gerichtstaugliche Lebenserfahrung und Gemeinsinn. Von Amtswegen bescheinigte Obergrenze.

Altersdiskriminierung trifft mich zunehmend empfindlich. Zumal in anderen Ländern Schöffen ohne oberes Alterslimit miturteilen. Z.B. in China, Schottland, Spanien oder Puerto Rico. Sind deren Senioren über 69 durchweg vernünftiger als unsere? In den südlichen Bundesstaaten Autraliens hat man 2016 die Altersobergrenze gänzlich abgeschafft; in England und Wales mit Hinweis auf die zunehmende Lebenserwartung auf 75 Jahre angehoben. In den USA herrscht bei Berufung zum  Juror eine altersunabhängige Bürgerpflicht. Von der man sich ab einem variierendem Alter freistellen lassen kann; in Kalifornien frühestens ab dem 70.sten Lebensjahr, in Arizona ab 75 und in Hawaii erst ab 80. Verleiht Hula-Tanzen den pazifischen Senioren länger anhaltenden Gemeinsinn als Schuhplattler den Alten Bayerns?

In Deutschland nimmt man die Dinge genau.  Somit fordere ich deutsche Gerichte dazu auf, ihre Urteile explizit „im Namen des Volkes unter 70“ zu verkünden. Und bitte mit dem Hinweis auf die im internationalen Vergleich verminderte Urteilsfähigkeit deutscher Senioren. Alles was Recht ist.

Ihr Global Oldie