vignette_mielenzDas Deutsche Zentrum für Altersfragen  untersucht aufgrund von Befragungen in regelmäßigen Abständen die Lebenssituation Älterer, u.a. zum beruflichen Status, zum Leben im Ruhestand und zur gesellschaftlichen Teilhabe, zu nachberuflichen Aktivitäten, zur wirtschaftlichen Lage und zur Wohnsituation sowie zu familiären Kontakten. Kein Wunder, dass in dem umfassenden Bericht “Altern im Wandel” mit Daten von 2014 (hrsg. 2016) auch die Beziehungen zwischen Großeltern und Enkeln eine Rolle spielen. Diesem Thema sind von über 400 Seiten immerhin 15 Seiten gewidmet (www.dza.de). Die wesentlichen Aussagen sind:

– Großeltern sind bei der Geburt ihrer Enkel älter als in den Jahren zuvor. Das gilt insbesondere für Personen mit höherer Schulbildung

– Die Bedeutung der Großelternschaft ist unverändert hoch. Die meisten Großeltern bezeichnen ihre Rolle als wichtig, mehr als die Hälfte als sehr wichtig, jüngere Großeltern empfinden ihre Rolle als Großeltern wichtiger als ältere.

– Mehr als Zweidrittel der Großeltern haben stabile Beziehungen zu ihren erwachsenen Enkeln.

– 30 % der Großeltern geben an, ihre Enkelkinder zu betreuen. Das ist wieder häufiger als in den vorhergehenden Jahren. 23,4 % der Großeltern betreuen ihre Enkelkinder, obwohl sie noch berufstätig sind.

– Fast 45 % der (Groß-)Eltern unterstützen ihre erwachsenen Kinder mit Geld- und/oder Sachleistungen, fast 30 % der älteren Großeltern unterstützen ihre Enkelkinder finanziell. Die Hilfen der Kinder oder Enkelkinder für Großeltern, z.B. bei zu erledigenden Arbeiten oder Besorgungen, sind allerdings gesunken: 11,7 % der Kinder und 2,6 % der Enkelkinder stehen Großeltern hilfreich zur Seite.

Auf alle Großeltern und ihre familiären Beziehungen zu Kindern und Enkelkindern wird man die Ergebnisse des Alterssurveys jedoch nicht beziehen können, denn Eltern und ihre erwachsenen Kinder (und somit auch ihre Enkelkinder) wohnen überwiegend nicht in der Nachbarschaft oder im gleichen Ort. Wohnnähe haben nur 25,8 % und je höher die Bildung von Eltern und Kindern, desto eher wohnen sie entfernt. Es wäre interessant gewesen, die familiären Beziehungen und Kontakte zwischen den Generationen auch nach der Wohnentfernung zu systematisieren.