Unser Enkelsohn ist 5 Jahre alt und geht in den Kindergarten. Dort lernt er viele gescheite Dinge, er kann schon die Druckbuchstaben auseinander halten, er kann die Zahlen runterspulen und bis 10 auch zusammenzählen und er ist in Vielem neugierig und experimentierfreudig.

Anscheinend lernt er im Kindergarten aber auch Schimpfwörter aller Art. Neulich kam er zu uns und beschimpfte mich vehement und mit großer Freude “Du bist doof, Oma” und “Du bist eine blöde Kuh”, das war ja noch harmlos und ich habe darüber gelacht. Als er Opa dann aber als A…vignette_mielenzloch bezeichnet hat und noch viel schlimmere Schimpfwörter aus der Fäkalsprache auf Lager hatte, meinte ich, ihm diese Worte verbieten zu müssen. “Das sagt man nicht” ist allerdings keine Erklärung, also habe ich versucht, ihm deutlich zu machen, dass seine Worte uns Großeltern beleidigen und uns wehtun.

Nun scheint es ja ganz normal zu sein, dass auch kleine Kinder (meistens Jungen) schon Schimpfwörter benutzen. Sie tun dies, um sich gegenüber anderen Kindern abzugrenzen und sich als starker Typ zu präsentieren. Oft allerdings kennen sie nicht einmal die Bedeutung der Worte. Da geht es dann nur darum, den Ärger rauszulassen und nicht um Argumentation. Dass es was mit “unhöflich” und mit “den anderen herabsetzen” oder “zurückweisen” zu tun hat, das wusste unser Enkelsohn schon.

Also habe ich gefragt, warum er uns so beschimpft und wie er es finden würde, wenn ich ihm die gleichen Wörter an den Kopf werfen würde? Naja, großartig reagiert hat er nicht, nur mit den Schultern gezuckt.

Was kann man tun? Vor allem gelassen bleiben und Humor zeigen, dem Ärger des Kindes Raum geben (mit anderen Worten) und dann auch Grenzen aufzeigen. Irgendwann wird diese Schimpfwortphase auch wieder vorbeigehen und unser Enkelsohn wird lernen, dass er mit Freundlichkeit viel mehr erreicht.