vignette Hello All, Leonardi DiCapio hat ihn, Russel Crow und andere Promis ebenfalls: Den DadBod*. Den „dady-body“ – Körper eines gereiften Papas, der noch was anderes außer Bodystyling, Diäthalten und Schönheitschirurgie zu tun hat. Gemeint ist eine grundsätzlich passable Figur ab der zweiten Lebenshälfte, jedoch getarnt unter einer diskreten Schicht aus Speck um die Körpermitte. So wie Autohersteller ihre neuen Modelle unter einer Erlkönig-Camouflage auf Probefahrt schicken. Ich liebe diese anglistischen Wortschöpfungen. So prägnant und nett: “DadBod” klingt einfach besser als “Wampe” und ist handlicher als „g’standnes Mannsbild“, was sowieso nur Auserwählte aus dem großen Süden verstehen. Mit dem DadBod und dem mutmaßlich weiblichem Pendant, MomBod, schaffen wir den Anschluss an ein populäres Körpergefühl aufstrebender Hochkulturen – und solche die es noch werden wollen. Wie z.B. Indien, Brasilien, USA und Russland. Länder, in denen sogar die sozial erfolgreichen Kasten und Gesellschaftskreise zur erweiterten physischen Präsenz ihrer Protagonisten stehen. Was mich inspiriert, nach einem ähnlich euphemistischen Begriff für typische Figuren, die dem dritten Lebensabschnitt angemessen sind, zu fahnden. Jenem Alter, in dem uns Kopfhaare weniger und Gesichtshaut umso großzügiger zur Verfügung stehen; Hautflecken Tattoos überflüssig machen; das Bindegewebe sich der Gravitation willfährig hingibt und das Skelett neue Statik erprobt. Wie wäre es mit “OpiBod” / “OmiBod”? Ein neues Lehenswort mit deutscher Vorsilbe erscheint mir als Beitrag zur Weltsprache überfällig; die international verbreiteten deutschstämmigen Begriffe wie „blitzkrieg“, „weltschmerz“, „angst“ und „gemuetlichkeit“ wirken etwas angestaubt. Mit „OpiBod“ / „OmiBod“ könnten wir uns auf der linguistischen Weltbühne zum hochaktuellen Thema „Alterung“ zurückmelden. Nichts gegen Anglizismen. Ich befürworte Multikulturelles, somit auch Nichtenglisches, in der sprachlichen Weiterentwicklung. In Sachen Alterung nehmen Deutschland und Japan eine weltweite Führungsrolle ein; warum also nicht in dessen Beschreibung? Japaner haben der Welt schon eine Definition des Altersgeruchs, „Kareishu” spendiert**. Jetzt könnten wir an der schöpferischen Reihe sein. Wer hilft mir bei der medialen Verbreitung von „OpiBod“ und „OmiBod“? Wie immer für Anregungen dankbar,
Ihr Global Oldie
*“DadBod“ stammt aus der Feder/ Tastatur eines Fräuleins Mackenzie Pearson, berichtet die Süddeutsche Zeitung vom 7.5.2015
**siehe „Kareishu – das Aroma des Alterns“, Global Oldie- Blog vom 5.12. 2014