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Schulnoten taugen nichts im Heimalltag

vignette_nosseck_bockWer auch immer die Idee hatte, die Pflegeheime nach Schulnoten zu beurteilen, der ist gescheitert. Das hat jetzt der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Karl-Josef Laumann kundgetan. Der Gesundheitsminister Hermann Gröhe wird den Pflege Tüv abschaffen. Ich frage mich, warum man ihn überhaupt installiert hat. Die Süddeutsche Zeitung hat den Weg nachgezeichnet. Damals hat die SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt das Instrument eingeführt, um bei der Auswahl des Heimes einen Anhaltspunkt zu geben.
Da nun fast alle Heime mit Note von 1,3 beurteilt wurden, zeigt sich die Wirkungslosigkeit dieser Maßnahme. Warum ist das Geld nicht in eine bessere Personalausstattung geflossen, statt in so ein untaugliches bürokratisches System?
Was wirklich zählt, ist nicht in sechs Notenstufen auszudrücken. Nun sollen die Heime zwar noch unangekündigt besucht werden von den Kontrolleuren des Medizinischen Dienstes, aber Noten gibt es keine mehr.
Wie will man denn auch bewerten, dass eine Pflegekraft im Nachtdienst für bis zu 90 Menschen zuständig ist, wie das Magazin Kontrovers im Auftrag des Bayerischen Fernsehens jüngst aufdeckte, siehe hier. Die daraus resultierende konsequente Forderung nach mehr Personal wurde sofort von einer Lobby aus Heimbetreibern versucht vom Tisch zu bringen. So ein Verhalten verdient auf jeden Fall die Note 6.
Wer für mehr Verbrauchernähe im Umgang mit Pflegeheimen eintritt, sollte bitte einmal eine bessere Kostentransparenz herstellen. Was macht beispielsweise einen Platz in einem Nürnberger Heim so teuer, dass er rund 4500 Euro im Monat kostet? Was hat der Bewohner mit Pflegestufe 3, spricht nicht mehr, isst nur noch privat bezahlte Astronauten-Nahrung von einem Pflichtprogramm zur Unterhaltung der Heimbewohner? Warum muss er etwa 130 Euro im Monat dafür bezahlen? Was hat er von einem 3 Gang-Auswahl-Menü, wenn er doch nichts mehr essen kann und dies bezahlen muss?
Das sind Gepflogenheiten, die mir der Pflegebevollmächtige der Bundesregierung Karl-Josef Laumann erklären kann. Nach Abschaffung des „Pflege Tüvs“ müssten doch wieder Kapazitäten frei sein.

Eine Antwort

  1. solange altenheime nur donald duck mit dollars in den augen spielen, geht jede menschlichkeit flöten.
    uns tut das pflegepersonal leid, welches versucht die menschennwürde zu erhalten. jawohl, warum sind in einer pauschale kosten, welche, wie oben geschildert, garnicht in anspruch genommen werden können. es wird zeit, daß sterbehilfe geöffnet wird, damit in heimen nicht weiter skelette mit krätze und künstlicher ernährung des geldes wegen liegen müssen. (selber erlebt)

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