vignette_mielenzMeine Tochter ist alleinerziehend, daher ist meine Enkeltochter an den Wochentagen überwiegend bei mir. In der Kinderkrippe haben wir zu bezahlbaren Elternbeiträgen keinen Platz gefunden und meine Tochter meinte auch, bei mir sei meine Enkeltochter grundsätzlich besser aufgehoben, schließlich gab es ja auch noch das Betreuungsgeld.

Aber in den Kindergarten sollte meine Enkeltochter selbstverständlich gehen. Als sich ihr dritter Geburtstag näherte und wir in der Nähe einen Kindergartenplatz gefunden haben, begann die Phase der Eingewöhnung, das Kennenlernen des Kindergartens und des Weges dorthin, der Kinder und der Erzieherinnen. Solange ich in der Nähe war, fand das alles den Gefallen meiner Enkeltochter, das viele Spielzeug, der Spielplatz draußen und vor allem die anderen Kinder. Erst waren wir eine halbe Stunde im Kindergarten, dann ein und zwei Stunden, in denen ich auch mal weggegangen bin, um aber gleich oder zumindest bald wiederzukommen. Meine Enkeltochter fühlte sich sichtlich wohl.

Dann aber kam der regelmäßige Kindergartenbesuch über den ganzen Tag und plötzlich war alles ganz anders. Meine Enkeltochter klammerte sich an mich, weinte herzzerreißend und jammerte: “Oma, ich will nicht in den Kindergarten”. Abschied zu nehmen fiel meiner Enkeltochter  schwer und mir auch.

Es hat eine Weile gedauert, bis sich meine Enkeltochter in den Kindergarten eingewöhnt hat. Was haben wir gemacht? Auf dem Weg zum Kindergarten, haben wir Pläne geschmiedet, mit wem und was sie spielen möchte, wir haben genau festgelegt, wann ich sie abhole, nach dem Essen oder nach dem Schlafen, ich habe ihr erklärt, warum der  Kindergartenbesuch gut für sie ist und warum ich auch ein wenig mehr Zeit für mich brauche.

Es hat funktioniert. Meine Enkeltochter ist zwar nach etlichen Wochen  mit vielem Hin und Her zu einem richtigen Kindergartenkind geworden, das sich jeden Tag auf seine Freundinnen und Freude freut. Das Ergebnis: “Oma, warum kann ich nicht jeden Tag in den Kindergarten?”